LWL fördert Ausbau des Museums Abtei Liesborn

Münster/Liesborn (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will den Kreis Warendorf mit knapp einer Million Euro dabei unterstützen, das Museum Abtei Liesborn umzugestalten. Im Mittelpunkt steht dabei das 2017 angekaufte Liesborner Evangeliar (um 980 entstanden), das dann unter den konservatorisch nötigen Ausstellungsbedingungen an seinem ursprünglichem Bestimmungort gezeigt werden kann. Der LWL-Landschaftsausschuss hat am Freitag (12.07.) in Münster beschlossen, in diesem Jahr 100.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Restförderung soll in den kommenden Jahren fließen.

„Das Liesborner Evangeliar, das der ottonischen Buchmalerei zuzurechnen ist, hat als eine der ältesten Handschriften Westfalens eine herausragende Bedeutung“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. „Es ist nicht nur für den regionalen Kulturraum mit seiner reichen Klosterlandschaft wichtig, sondern auch für die deutsche Kunst- und Kulturgeschichte. Deshalb muss das Evangeliar entsprechend präsentiert werden.“

Das Museum will die Handschrift künftig in einem sakral anmutendem, zweigeschossigem Raum als wichtigstes zeremonielles Objekt und Zeitzeuge der Abteigeschichte zeigen. Dabei wird es aufgeschlagen vor goldenem Hintergrund in einer Klimavitrine liegen.

Neben dem Evangeliarraum soll es zwei weitere Ausstellungsräume geben: Der „Prolograum“ thematisiert die wirtschaftlich und kulturgeschichtlich Bedeutung der Abtei für die Region. Im „Umgang“ um den zentralen Raum vermitteln Stationen die kulturgeschichtliche Bedeutung und die Geschichte des Evangeliars. Neben der Christianisierung Westfalens und Karl dem Großen als Gründer der Abtei Liesborn geht es darum, wie das Evangeliar entstanden ist, wie es nach Liesborn kam, wie es neue Besitzer fand, was mit ihm während der Säkularisierung geschah und wie es schließlich als Kunstobjekt durch viele Länder reiste, bevor es nach Liesborn zurückkehrte.

Der Kreis Warendorf will die Umgestaltung des Museums auch dazu nutzen, es barrierefrei zugänglich zu machen. Zu dem Inklusionskonzept gehört nicht nur, dass es künftig nur noch einen Weg und einen Eingang für Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen gibt. Außerdem sollen alle Inhalte mindestens über zwei Sinne erfahrbar sein, und alle Informationen sollen möglichst einfach und verständlich sein. Daneben soll das Museum neue Räume für die Museumspädagogik bekommen. In einer späteren zweiten Projektphase will das Museum seine Kreuzsammlung neu inszenieren und die Abteigeschichte ausführlicher darstellen.

Dies ist eine Pressemitteilung, die der Redaktion zugeschickt wurde, und die wir zur Information unserer Leser*innen unredigiert übernehmen.

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