Legendäres Hotel Astoria wartet auf seinen großen Umbau

Ehemaliges Hotel Astoria. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Leipzig (aw). Seitdem das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege Ende Juli die Genehmigung für den Umbau des traditionsreichen Luxushotels Astoria am Leipziger Hauptbahnhof erteilt hat, werden die Arbeiten an dem zwischen 1913 und 1915 errichteten Gebäude vorbereitet. Entstehen wird ein neues Fünfsternehotel im klassischen Ambiente – wieder unter dem Namen „Astoria“. Im Innenhof sollen die maroden Gebäude aus der Entstehungszeit des Hotels komplett entfernt werden. Deren Abbruch ist im Herbst dieses Jahres geplant. Die Berliner Immobiliengruppe „Intown“ plant, das Hotel im Sommer 2020 wieder zu eröffnen. Zeitliche Probleme mit schwieriger Grundwassersituation könnten bei diesem Projekt aber nicht ausgeschlossen werden, heißt es seitens des Investors.

Wie das Denkmalamt mitteilt, sollen die denkmalgeschützten Fassaden im Wesentlichen erhalten bleiben. Einige Dachaufbauten müssen aber erneuert werden. 250 Zimmer soll die Denkmalimmobilie bekommen. Intown plant einen neuen Haupteingang am Willy-Brandt-Platz, im Erdgeschoss des „Astoria“ werden eine Bar und ein Restaurant entstehen. Über der geplanten Tiefgarage im Hof sollen fünf Ballsäle entstehen. Einige Einbauten, die noch heute im Hotel sichtbar sind, sollen möglichst erhalten bleiben. Um Beschädigungen zu vermeiden, wurden Bauelemente und Wandgemälde zuvor geborgen.

Das Hotel Astoria wurde am 5. Dezember 1915 in Leipzig eröffnet, und bis Ende 1996 u.a. von der Interhotel-Kette betrieben. Auf die Schließung folgte der Leerstand des Gebäudekomplexes. Das Astoria galt zu DDR-Zeiten aufgrund seiner modernen, luxuriösen und individuellen Inneneinrichtung (kein Zimmer glich dem anderen) als eines der schönsten Hotels der DDR und war zudem ein bedeutendes gastronomisches Zentrum. Zu seinen Gästen zählten vorwiegend Mitarbeiter des Regierungsapparates sowie Staats- und Messegäste aus dem nichtsozialistischen Ausland, die der DDR als wichtige Devisenbringer dienten. Persönlichkeiten wie Walter Ulbricht, Karl-Eduard von Schnitzler oder Rudi Glöckner waren häufig Gast im Astoria.

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