Lebensbaum aus dem ehemaligen „Aktivist“ wird gerettet

Lebensbaum im "Aktivist". Foto: rottenplaces Archiv

Zwickau (aw). Es ist ein imposantes Kunstwerk im Speisesaal der einstigen Strickwarenfabik „Aktivist“ in Oberplanitz in der Stadt Zwickau. Bisher jedoch türmten sich Müllberge vor dem von Edgar Klier ab 1975 erarbeiteten, zwölf Meter langen und im Stil des sozialistischen Realismus geschaffenen Wandmosaiks. Das Bild zeigt einen Auszug aus dem menschlichen Leben – stellt Liebe, Arbeitsleben und Alter dar. Immer wieder waren Abbruchbagger auf dem Areal des einstigen VEB aktiv, bisher wurde das Kunstwerk jedoch verschont. Doch die lange Zeit des Leerstandes und der Vandalismus machen dem Wandbild, bestehend aus mehr als 120 Kacheln, schwer zu schaffen. Lange Zeit war nicht einmal bekannt, ob das Kunstwerk überhaupt noch existierte. Den ein Betreten der Ruine ist ohne spezielle Genehmigung verboten. Doch dann tauchten im Internet erste Fotos des völlig verwüsteten Speisesaals auf, im Hintergrund thronte noch immer das Kunstwerk.

Kathrin Köhler (CDU), amtierende Baubürgermeisterin der Stadt Zwickau hatte 2012 das Wandbild besichtigt und sich für einen Erhalt ausgesprochen. Wie die Stadt jetzt mitteilte, soll das Wandbild kurz vor den beginnenden Abbrucharbeiten fachmännisch ausgebaut und gesäubert werden. Momentan ist man laut Pressestelle in Gesprächen mit dem Freistaat Sachsen und dem Fördermittelgeber zum Eigentumserwerb. Die ganze Aktion ist mit etwa 8.000 Euro kalkuliert. Die Stadt ist parallel auch in Gesprächen mit den Geschäftsführern der Gesellschaft für intelligente Infrastruktur Zwickau (GIIZ). Hier könnte man sich ein Verbringen des Wandbildes in das Gebäude des Erlenbades vorstellen. Vor elf Jahren hatten schon einmal Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft versucht, das Kunstwerk zu sichern. Die Idee scheiterte jedoch an dem fehlenden Platz für den Lebensbaum.

Momentan verhandelt die Stadt Zwickau mit der Sächsischen Aufbaubank um die Finanzierung sowie die Förderung der finanziellen Mittel. Bleibt zu hoffen, dass die Rettung dieses Kunstwerkes nun endlich klappt und selbiges einen würdigen Platz findet.