Landesregierung engagiert sich für Einhardbasilika

Seligenstadt, St. Marcellinus und Petrus, von Süden. Foto: Tilman2007/CC BY-SA 3.0

Seligenstadt (aw). Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat jetzt die Einhardbasilika in Seligenstadt besucht und sich über den Zustand des historisch bedeutenden Gotteshauses informiert. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen betreut die Voruntersuchungen im Vorfeld der Sanierungsarbeiten. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die Untersuchungen mit insgesamt 50.000 Euro. „Die Seligenstädter Einhardbasilika ist ein Baudenkmal europäischen Ranges: Sie ist die einzige karolingische Kirche nördlich der Alpen, in der bis heute liturgische Gottesdienste gefeiert werden. Ein solches bedeutendes Erbe gilt es zu erhalten“, so Minister Rhein.

Bereits um 830 begann Einhard, der enge Vertraute und spätere Biograph Karls des Großen mit dem Bau einer karolingischen Basilika. Über dem Grab der frühchristlichen Märtyrer Marcellinus und Petrus errichtete er eine imposante Wallfahrtskirche. Noch heute können die Besucher das ursprüngliche Mittelschiff der Kirche aus dem 9. Jahrhundert bewundern. Ein Großteil der Basilika wurde 1725 anlässlich ihrer 900-Jahrfeier umgebaut und nahezu vollständig im Barockstil ausgestattet.

Jahrhunderte haben Spuren hinterlassen

Die Jahrhunderte haben an dem Gotteshaus ihre Spuren hinterlassen. Vorrang bei der umfangreichen Sanierung haben unter anderem das Gewölbe, das Dach und die Orgelempore. Außerdem soll der Kircheninnenraum vollständig neu gestrichen werden. Auch die historischen Verputzschichten auf der ehemaligen karolingischen Außenwand und im daran anschließenden Anbau aus staufischer Zeit wollen die Denkmalexperten vor dem Verfall retten.

„Die Sanierung der Basilika ist eine längerfristige Maßnahme, die wir aber auch in Zukunft unterstützen werden. Dass sich das Land Hessen seiner Verpflichtung gegenüber seinen historischen Bauten bewusst ist, beweist ein Blick in die Nachbarschaft der Einhardbasilika. In den letzten beiden Jahrzehnten hat das Land rund 12,5 Millionen Euro für die schrittweise Sanierung der Klosteranlage aufgewendet. Zuletzt sind mit Mitteln des Kulturinvestitionsprogramms der Klosterhof gepflastert und somit barrierefrei gestaltet sowie unter anderem Gedenkbasen, Kreuzgang und Erzengel restauriert worden Dafür hat die Hessische Landesregierung über 200.000 Euro aus dem Kulturinvestitionsprogramm bereitgestellt“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.