Underground: Kunst 30 Meter unter der Erde

Von André Winternitz 

In der Bunkeranlage Fort de Schoenenbourg unweit der deutsch-elsässischen Grenze ist von 1. Mai bis zum 3. Oktober an die Ausstellung „Underground“ zu sehen – 30 Meter unter der Erde. „Underground“ ist ein künstlerisches Projekt von höchster Aktualität. Es fokussiert bewusste und unbewusste Ängste in einer Welt des Terrorismus, der nuklearen Bewaffnung und der latenten Kriegsgefahr. Ausgangspunkt ist die schmerzliche Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, der die bis dahin bestehende Ordnung Europas end gültig verändert und unsere Geschichte maßgeblich beeinflusst hat.

220414Doch der Epochenbruch gebar auch Utopien, Hoffnungen und Träume, die zur Entstehung eines geeinten Kontinents beigetragen haben – zu einem Europa, wie wir es heute kennen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich 36 internationale Künstlerinnen und Künstler vor dem Hintergrund der euro päischen Geschichte auf das Abenteuer dieser Ausstellung eingelassen haben und sich nun an diesem historischen Ort zusammenfinden, stimmt zuversichtlich. Zum Teil sind es schon vorhandene Kunstwerke, die bei der Ausstellung „Underground“ zu sehen sind. Zum Teil haben die Künstler sich von dem bis zu 30 Meter unter der Erdoberfläche liegenden Ort inspirieren lassen – und vom Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkrieges 1914.

Die ausstellenden Künstler sind Joëlle Allet, Sirnach (CH), Anna Anders, Berlin (D), Sabine K. Braun, Stuttgart (D), Daniele Buetti, Zürich (CH)/Münster (D), Robert Cahen, Mulhouse (F), Klaudia Dietewich, Stuttgart (D), Joachim Fleischer, Stuttgart (D), Rainer Ganahl, Stuttgart (D)/New York (USA), Glaser/Kunz, Zürich (CH), Sébastien Gouju, Strasbourg/Nancy (F), Oliver Grajewski, Berlin (D), Peter Granser, Stuttgart (D), Klaus Illi, Stuttgart (D), Barbara Karsch-Chaïeb, Stuttgart (D), William Kentridge, Johannesburg (RSA), Franticˇek Klossner, Bern (CH), Susanne Kutter, Berlin (D), Marc Linder, Offenheim (F), Claudio Magoni & Ursula Bohren Magoni, Basel (CH), Pia Maria Martin, Stuttgart (D), Myriam Méchita, Paris (F)/Berlin (D), Daniel Mijic, Stuttgart (D), Mohammed El Mourid, Strasbourg (F), Victorine Müller, Zürich (CH), Patrick Neu, Wingen-sur-Moder (F), Steffen Osvath, Stuttgart (D), Elodie Pong, Zürich (CH)/New York (USA), Margarete Rebmann, Stuttgart (D), Christoph Rihs, Biel/Bienne (CH)/Weimar (D), Anina Schenker, Zürich (CH), Paul Schwer, Düsseldorf (D), Fritz Stier, Mannheim (D), Thomas Weber, Ludwigsburg (D) uznd Peter Weibel, Karlsruhe (D).

Mehr Informationen unter www.lignemaginot.com sowie www.kontur-stuttgart.de

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.