Kulturpalast in Unterwellenborn bekommt Unterstützung

Kulturpalast (Kulturhaus) „Johannes R. Becher“ des VEB Maxhütte (Thüringen). Foto: NoRud/CC BY-SA 4.0

Unterwellenborn (dsd/aw). Für die Instandsetzung der Fensterfront des Südflügels und der Haupteingangstüren des Kulturpalastes in Unterwellenborn stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale 10.000 Euro zur Verfügung. Der Kulturpalast gilt als ein bedeutender Vertreter der Bauaufgabe „Kulturhaus“ und ist zugleich charakteristisches Beispiel für die DDR-Architektur der 1950er Jahre. Der Kulturpalast des ehemaligen Stahl- und Walzwerkes „Maxhütte“ bei Saalfeld wurde 1955 eröffnet. Als staatlicher Repräsentationsbau sollte er der musischen Erholung und kulturellen Betätigung der Beschäftigten des Stahlwerkes dienen.

Das Kulturhaus „Johannes R. Becher“ des VEB Maxhütte ist eines der in monumentalem, pseudoklassizistischem Stil erbauten frühen Kulturhäuser der DDR. Das Gebäudeensemble enthält einen Theatersaal mit 700 Plätzen, einen „Kleinen Saal“ mit 200 Plätzen, ein Foyer für Tanzveranstaltungen und Konferenzen mit ebenfalls 200 Plätzen sowie einen Tanz-Probensaal, Vortragsräume, eine Bücherei, mehrere Sitzungszimmer, ein Restaurant und ein Café. 1987 wurde das Objekt unter Denkmalschutz gestellt.

Im Inneren hat sich die ursprüngliche Ausstattung aus der Erbauungszeit mit Türen, Parkettfußböden, Decken- und Wandgestaltungen mit Stuck, Holzpaneelen und teils figürlichen Reliefs sowie originalen Beleuchtungskörpern und repräsentativen Treppenanlagen nahezu vollständig erhalten. Auch die aufwendige Bühnentechnik und der eiserne Vorhang sind erhalten geblieben.

Nach 1990 wurde das Gebäude teilweise vom Chor des ehemaligen Maxhüttenensembles genutzt, außerdem fanden einige wenige Tanzveranstaltungen statt. 2013 gründete sich der Verein „Kulturpalast Unterwellenborn e.V.“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Kooperation mit dem derzeitigen Eigentümer eine erneute Nutzung des Hauses als kulturelles und künstlerisches Zentrum der Region zu ermöglichen.

2 Kommentare

  1. Lieber André,
    so schön, wie dein Beitrag klingt, hat er sich leider schon am Montag überholt. Der Eigentümer war zur Übergabe der Fördergelder nicht anwesend. Der Verein, der sich mit Einverständnis des Eigentümers um die Fördermittelakquise gekümmert hatte, wurde vor Wochen vom Eigentümer vor die Tür gesetzt. Was der Eigentümer nun mit seinem Denkmal plant, bleibt offen. Die Sanierung mit öffentlicher Unterstützung wohl eher nicht. Wenn du interessiert bist, schicke mir deine Mail und ich halte dich auf dem Laufenden.

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