Kulturhaus „Ernst Thälmann“ soll Musik-Akademie werden

Kulturhaus "Ernst Thälmann" in Krumpa. Foto: rottenplaces Archivfoto

Krumpa (aw). Das Kulturhaus „Ernst Thälmann“ in Krumpa (Saalekreis) verfällt seit vielen Jahren. Die denkmalgeschützte Immobilie befindet sich in privater Hand, doch diese hat nicht sonderlich viel für den Erhalt unternommen. Jetzt möchte sich der Krumpaer Sascha Ginter dem Objekt annehmen und hier eine „Musikakademie für Pop-Produktion und elektronische Musik“ eröffnen. Sein Konzept dafür hat er bereits im Ortschaftsrat Krumpa, im Stadtrat Braunsbedra und bei der Landesregierung vorgestellt – mit durchweg positiven Rückmeldungen.

Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete, habe sich Ginter in das ehemalige Kulturhaus „verguckt“. Und weil es – nach Ginters Angaben – in Sachsen-Anhalt keine Musikhochschule gibt, sei das Objekt besonders für diese Planungen geeignet. Hier könnten bei besonders guter Verkehrsanbindung Lehrsäle, ein Live-Studio, Proberäume, Ausbildungs-Diskothek, Club, Tanzstudio und Hotelzimmer entstehen. Ginter selbst arbeitet heute als Produzent, Studiobetreiber und Landesbeauftragter des Deutschen Rock und Pop Musiker Verbandes. Letzteres sei der Dachverband für Musikgruppen und Musiker, Komponisten, Texter und Musikjournalisten und Produzenten, Tonstudios und Verlagen.

Realisiert werden soll das beeindruckende und lobenswerte Konzept in Kooperation mit dem Verein „Etappe M“. Dies steht für Ernst-Thälmann-Akademie für Pop-Produktion & Elektronische Musik. Ginter ist gut aufgestellt, denn zu seinem engsten Kreis gehört nicht nur der Ortschaftsrat Sven Czekalla, der Verbindung in die Politik hat, auch ein Freund ist Musiker und College-Lehrer in den USA und soll sich um die akademische Konzeption kümmern. Mitglieder des Vereins verfügen über Erfahrungen, was Lehrpläne angeht, den Umgang mit der Öffentlichkeit oder stammen aus der Werbebranche.

Nun soll – gemeinsam mit dem Verein – die Immobilie erworben, die Sanierung realisiert und der Aufbau der Akademie in die Wege geleitet werden. Um den Tourismus in Krumpa zu fördern, wolle man, wie erwähnt, einen Teil der zukünftigen Akademie als Hotel betreiben. Zudem sei diese Akademie ein Anziehungspunkt für junge Menschen in der Umgebung. Damit möchte man gegen die demografische Entwicklung und den Abgang der jüngeren Menschen ankämpfen. Ginter ist sicher, dass sich hier und in der nahen Umgebung umweltverträgliche, zukunftsträchtige und nachhaltige Produktions- und Dienstleistungsunternehmen der Musikbranche langfristig ansiedeln werden.

Für diese Planungen benötigt man einen langen Atem. Ginter hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Projektierung und Konzept-Erarbeitung zu realisieren. Erwerben werde er die Immobilie aber nicht, darum soll sich der Verein kümmern. Ortschaftsrat Czekalla steht mit diesem in Kontakt.

1 Kommentar

  1. Schon eine sehr gute Lösung zumindest besser als wenn die Abrissbagger vorfahren.
    Es ist eh sehr schade , dass viel zu viel an historischen Einrichtungen verkommt bzw. durch sinnlose Schmierereien , mutwillige Zerstörung sowie in Brand gesetzt werden.
    Für Sicherheitsdienste fehlt oft das Geld und die Polizei hat ganz ander Sorgen und kommt erst wenn es heißt zu spät ist.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here