Kugelwasserturm in Ilsede vor ungewisser Zukunft

Kugelwasserturm in Ilsede. Foto: rottenplaces Archivfoto

Ilsede (aw). Der Kugelwasserturm mit anschließendem Umformerhaus, erbaut 1920/1921, befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Ilseder Hütte und gilt heute als Wahrzeichen. Eine Initiative versuchte über viele Jahre, das markante Bauwerk vor einem Abbruch zu retten. Dennoch gilt die Zukunft des markanten Bauwerks als ungewiss. Weil der Turm an vielen Stellen extrem marode ist, benötigt dieser eine dingende Sanierung. Die Verwaltung und Politik sehen die Kosten für Erhalt aber als nicht bezahlbar an. Die Sanierungskosten beziffert Michael Take, Bürgermeister-Vertreter im Ilseder Rathaus, mit rund 1,42 Millionen Euro.

425.000 Euro habe der Bund zugesichert, dazu kämen 80.000 Euro von Gemeinde. Für die fehlenden 900.000 Euro habe man bei der Europäischen Union (EU) 400.000 Euro beantragt und beim Land 200.000 Euro. Der Rest soll von Stiftungen und privaten Spendern kommen. Die Chance auf einen Erhalt ist eher mau. Denn aus den Fraktionen kann man nach diversen Aussagen hören, dass eine Weitergabe des Wasserturms und auch eine Sanierung nicht sonderlich erstrebt werden. Für CDU-Ratsfraktionschef Rainer Röcken gilt der Ratsbeschluss, so kann nicht mehr für den Erhalt des Turms ausgegeben werden, als ein Abbruch kosten würde. Dies wären etwa 90.000 Euro. Eine Summe, mit der eine Sanierung unmöglich realisierbar wäre.

Somit stehen die Zeichen also auf Abbruch. Ein Armutszeugnis. Der Gemeinde läuft die Zeit davon. Denn die Standsicherheit des Wasserturms ist akut gefährdet. Stark verrostete und somit instabile Stahlstreben und Eisenteile müssen dringend ausgetaucht werden. Alleine für die Zuwegung und die Treppe des Turms werden schnellstens finanzielle Mittel benötigt, um den Turm abzusichern. Örsen Savas, Linke-Mitglied im Ilseder Gemeinderat bezeichnet den gemeindeeigenen Turm als „ein regionales Wahrzeichen, das die industrielle Geschichte Ilsedes darstellt.“ Der Politiker empfiehlt, man solle die Investitionen zur Sanierung von Denkmälern nicht vom wirtschaftlichen Nutzen abhängig machen.

Investitionen in Flüchtlinge, Grundschulen und Kindergarten sind wichtig, aber die Kultur darf man hier nicht vergessen. Die Ratsmehrheit von SPD, CDU und Freien Bürgern Ilsede (FBI) erzählt eine andere Geschichte. Außer den Abrisskosten möchte man keine Gemeindemittel für den Fortbestand des Turms zahlen. Die Chance auf den Erhalt von Fördermitteln sieht die Rathausverwaltung zudem als gleich null an.

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