JVA Stammheim wird vorerst nicht abgerissen

Die Justizvollzugsanstalt Stuttgart in Stuttgart-Stammheim. Foto: Thilo Parg/CC BY-SA 3.0

Stuttgart (aw). Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Stuttgart im Stuttgarter Stadtteil Stammheim wird doch nicht abgerissen. Als Grund gibt Landesjustizminister Guido Wolf (CDU) die Überfüllung der Gefängnisse in Baden-Württemberg an. Weil die Zahl der Gefangenen seit 2015 auf 7400 gestiegen ist, bräuchte man eigentlich ein neues Gefängnis. In Rottweil entsteht so eines, jedoch wird der Bezug noch Jahre dauern. Der Landesjustizminister möchte die Pläne für Stammheim ändern, wo derzeit 560 neue Haftplätze entstehen. Die eigentliche Schließung soll sich nun um einige Jahre verschieben. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sind derzeit in Stammheim 746 Häftlinge untergebracht. Haftplätze gibt es aber normal nur 514.

Die JVA ist die zweitgrößte von insgesamt 17 Justizvollzugsanstalten mit 27 Außenstellen in Baden-Württemberg und der breiten Öffentlichkeit vor allem durch die Inhaftierung führender Mitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF) bekannt. Eigens für die Prozesse gegen RAF-Mitglieder wurde 1975 neben dem Gelände der Justizvollzugsanstalt ein Mehrzweckgebäude erbaut. Als Vorkehrung gegen etwaige Befreiungsversuche mit Hubschraubern wurde diese Halle – ebenso wie der Hofgang – großflächig mit Stahlnetzen überspannt. Die Baukosten für die Erweiterung betrugen zwölf Millionen DM.

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