Investor wird 50 Mio. Euro ins Ihme-Zentrum stecken

Das Ihme-Zentrum in Hannover. Foto: ChristianSchd/CC BY-SA 3.0

Hannover (aw). Seit vielen Jahren verfallen große Bereiche des Ihme-Zentrums, massiver Leerstand und Vandalismus sind nur einige negative Aspekte der ab 1971 gebauten Großimmobilie gegenüber der Calenberger Neustadt. Das Ihme-Zentrum im Stadtteil Linden-Mitte war als Stadt in der Stadt konzipiert worden und steht auf dem größten gegossenen Beton-Fundament Europas. Über die Jahre wollten einige Investoren Millionen in das Vorzeigeprojekt des modernen Wohnens und Lebens mit Symbolcharakter stecken, nichts ist passiert. Das soll nun anders werden. Zu Beginn des letzten Jahres hatte der bisherige Großinvestor, die Berliner Intown Gruppe, das Ihme-Zentrum überraschend seinen Anteil verkauft. Neuer Eigner wurde die in Luxemburg ansässige Civitas Property Group. Über diese hatte, nach Angaben der „Immobilien Zeitung“, der Investor Lars Windhorst die Immobilie erworben.

Eine Wohnungsbesitzerin hatte stellvertretend für die aus 550 Eigentümern bestehende Wohnungseigentümergemeinschaft vor dem Amtsgericht Hannover Klage eingereicht, um Eigentümer zu einer Sanierung zu zwingen. Am Mittwochabend wurde nun einem gerichtlichen Vergleich zwischen Eigentümergemeinschaft und Investor zugestimmt. Grundlage des Vergleiches ist, dass Windhorst in den kommenden Jahren 50 Millionen Euro in die Sanierung der Sockelgeschosse investiert. Wird der Beschluss der Gemeinschaft in den kommenden vier Wochen nicht angefochten, kann das Amtsgericht Hannover den Vergleich bestätigen. Auch den weiteren Fassadenarbeiten würde somit nichts im Wege stehen. Bis Ende Juni 2021 hat der Investor für die Arbeiten Zeit. Damit die Stadt ihre Verträge über die Mietflächen verlängert, müssen zudem bis Ende 2021 etwa 9.000 Quadratmeter Ladenflächen im Sockelbereich vermietet sein.

Die Gesamtfläche des Ihme-Zentrums auf dem rund 700 Meter langen Sockel beträgt rund 285.000 Quadratmeter, 105.000 Quadratmeter davon sind gewerbliche Flächen, darunter Büro- und Geschäftsräume. Bis 1975 entstanden auch Wohnflächen von 58.300 Quadratmetern für etwa 860 Wohnungen (etwa 2.400 Personen) und 8.000 Quadratmeter für etwa 450 Studenten. Die Fundamentgründung und die Anordnung der Hochhaustürme im Bereich Ihmeplatz wurden so gestaltet, dass nachträglich ein U-Bahn-Tunnel für die geplante D-Strecke der Stadtbahn Hannover unter dem Bauwerk durchgeführt werden kann.

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