Investor mit Konzept für Norton-Gelände

Foto: First-Neutron/CC BY-SA 3.0

Das Areal der ehemaligen Norton-Werke in Wesseling (Rhein-Erft-Kreis) ist wieder im Gespräch. Nach jahrelangen Versuchen, Konzepte für die Brache zu finden, scheint es nun einen Investor zu geben, der sich der Ruine annehmen und das 90.000 Quadratmeter große Gewerbegebiet gemischt bebaut nutzen möchte. Dort sollen Gewerbeflächen, Einzelhandel, Gastronomie und Wohngebäude entstehen. „Eingefangen“ haben soll den Ivestor – laut einer Pressemeldung der CDU – der Keldenicher CDU-Stadtverordnete Hans-Wilhelm Simons. Und während die gesamte CDU-Fraktion um Manfred Rothermund dem Vorhaben euphorisch entgegensieht, ist Bürgermeister Erwin Esser (SPD), der seit Beginn seiner Amtszeit eine Lösung für das Norton-Gelände anstrebte, eher noch zurückhaltend.

Esser steht mit dem Eigentümer des Geländes in regem Kontakt. Dieser habe dem Stadtoberhaupt mitgeteilt, dass es Gespräche mit einem Interessenten für das Areal gäbe. Man habe einen Besprechungstermin vereinbart. Bis dahin sieht Esser noch viele Fragen unbeantwortet, darunter auch jene planungsrechtlicher Art. Man müsse, so der Bürgermeister, die ersten Gespräche aber erst einmal abwarten, um mit den Details zu beginnen.

1990 kaufte das französischen Unternehmen Saint-Gobain mit Hauptsitz in Frankreich die Norton Company Worcester und somit auch die Deutsche Norton GmbH. Als Folge wurde das Tochterwerk in Wesseling 1992 geschlossen. Von den 160 Beschäftigten wurden 50 in einen Zweigsitz der Saint Gobain übernommen, weitere 20 Beschäftigte wurden bei einer Tochter des Konzerns in Köln-Porz untergebracht. Die restlichen 90 Beschäftigten wurden entlassen.

Seit der Schließung befindet sich das ehemalige Fabrikgelände und die darauf befindlichen Gebäude in zusehender Verwahrlosung. Das gesamte Gelände gehört seit mehreren Jahren einem Privateigentümer aus Köln-Porz. Die Stadt Wesseling unternahm in der Vergangenheit mehrfach Anstrengungen, Lösungen für das brachliegende ehemalige Firmengelände zu finden. Doch alle Versuche zwischen der Wesselinger Stadtverwaltung und dem Eigentümers Grundlagen zu finden, scheiterten bisher. Die meisten Interessenten sprangen wegen der Kaufpreisvorstellungen ab (ca. 8 Mio. Euro). Immer wieder hatte es während des Leerstands Brände und Vandalismusschäden gegeben. (aw)