„Inside Fukushima Daiichi“ – Virtuelle Tour über Kraftwerksgelände

"Inside Fukushima Daiichi" Startmaske. Foto: Screenshot

Man kann vom Betreiber des japanischen Kernkraftwerks Fukushima Daiichi – der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) – halten was man will, bisher jedenfalls sorgte der Konzern eher für Negativschlagzeilen, gerade was die Informationspolitik nach dem Super-GAU angeht. Letzterer wurde ausgelöst durch einen Tsunami als Folge des Seebebens vor der Küste der Präfektur Miyagi, etwa 400 Kilometer nordöstlich von Tokio. Unvergessen sind bis heute die schockierenden Livebilder von den explodierenden Reaktorgebäuden, die um die Welt gingen. Vielen Einheimischen brachte diese Katastrophe, bedingt durch die erheblichen freigesetzten Mengen radioaktiver Stoffe, den Tod.

Seit einiger Zeit bietet das Unternehmen die Möglichkeit, an einer virtuellen Tour über das Gelände teilzunehmen und sich dabei über den aktuellen Stand der Lage zu informieren. Der Konzern bietet der Community unter dem Namen „Inside Fukushima Daiichi“ die Möglichkeit an, ähnlich wie bei Google Maps, an einer Art Erkundungstour über das verstrahlte Gelände teilzunehmen. Ergänzt wird die virtuelle Tour mit Begleitinformationen in Sprache und Text (auf Japanisch) durch die Betreiberfirma TEPCO sowie je nach Standort auch die entsprechenden Strahlungswerte, die zuvor in Echtzeit erfasst wurden. Die Daten dafür stammen vom 22. März 2018.

Der Voyeur im Web kann unterschiedliche Routen über das Gelände wählen. Mit dieser skurrilen Art der Präsentation möchte der Betreiber des AKW Fukushima die Möglichkeit bieten, neben den schriftlichen Schilderungen, auch einen visuellen Eindruck von den Arbeiten vor Ort zu bekommen. So bewirbt der Konzern dieses Projekt zumindest.

Auswirkungen des Seebebens 2011

Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit ereignete sich vor der Sanriku-Küste der japanischen Region Tōhoku ein starkes Seebeben. Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Miyagi etwa 400 Kilometer nordöstlich von Tokio und 130 km östlich von Sendai, das Hypozentrum des Bebens lag nach Angaben des United States Geological Survey (USGS) in etwa 32 Kilometer Tiefe. Selbiges hatte eine Stärke von 9,0 gemessen. Es gilt als stärkstes Beben in Japan seit Beginn der dortigen Aufzeichnungen. Die kurze Dauer des Bebens von nur 150 Sekunden reichte aus, um eine knapp 15 Meter hohe Flutwelle in Gang zu setzen, die teilweise bis zu 10 Kilometer ins Landesinnere vordrang, dadurch 561 Quadratkilometer des Landes überflutete, mehr als 260 Küstenorte nahezu vollständig zerstörte und über 19.000 Menschen das Leben kostete.

Der durch das Seebeben ausgelöste Tsunami führte beim Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zu einem Super-GAU. Die sechs Reaktoren standen nach der Naturkatastrophe bis zu fünf Meter unter Wasser. Auch im Kraftwerk Fukushima-Daini kam es zu einem „Ernsten Störfall“, in den Kraftwerken Onagawa und Tōkai zu „leichteren“ Vörfällen.

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