Ibug: Kommt das Vorzeige-Festival zurück nach Hause?

IBUg 2010 in Meerane, Foto: Peter ibug/CC BY-SA 4.0
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Meerane (aw). Nach sechs Jahren Abstinenz werden Informationen laut, wonach das Festival für urbane Kunst, kurz „Ibug“ (Industriebrachenumgestaltung), 2006 vom Künstler Jens Müller alias Tasso in Meerane (Landkreis Zwickau) ins Leben gerufen, zurück zu alten Wurzeln finden könnte. Was von 2006 bis 2011 im „Geburtsort“ begann, fand in diesem Jahr erstmalig im sächsischen Manchester – in Chemnitz statt. 120 Künstler aus 19 Ländern zogen Tausende Besucher in die ehemalige Spezialmaschinenfabrik (kurz „SPEMAFA“) nahe des Chemnitzer Bahnhofs. Die Gründer und Veranstalter des Festivals äußerten den Wunsch, zurück zur Geburtsstätte zurückzukehren. Thomas Dietze vom Organisationsteam der Ibug teilte gegenüber der „Freien Presse“ mit, dass man für 2019 noch keinen Veranstaltungsort habe und sich aus diesem Grund vorstellen könnte, zurück nach Meerane kommen zu können.

Ibug zurück nach Meerane

Meerane entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur ausgeprägten Textilindustrie, die das Stadtbild nachhaltig prägte. Heute zeugen trotz der Abbruchwut der „Hinterbliebenen“ immer noch viele Industriebrachen vom früheren Fortschritt der Industrialisierung. Was heute brach liegt und verfällt, bietet sich für Veranstaltungen wie die Ibug besonders an. Laut Dietze fand man jedoch ab 2012 keine geeigneten Locations mehr, weil jene seit den Anfängen heute nicht mehr existieren oder im Besitz der Stadt sind. Deshalb wechselte man seit Meerane  mehrfach den Ort, von Glauchau ging es nach Zwickau, dann nach Crimmitschau und Plauen, danach nach Limbach-Oberfrohna und zuletzt nach Chemnitz.

Fakt ist: Wo die Ibug ihre Pforten öffnet, dorthin strömen die Massen. Kein anderes Kunst-Festival zieht so viele Besucher aller Altersklassen in verfallene Räume, wie die Ibug. Der Stellenwert des Festivals ist hoch wie nie. Laut Organisationsteam konnte man in diesem Jahr neue Sponsoren- und Fördermöglichkeiten ausloten. Dennoch möchte man zurück nach Meerane. Die Stadtverwaltung bekundet derweil ihr Interesse und zeigt sich gesprächsbereit. Eine siebte Ibug könne man sich durchaus vorstellen. Der Kontakt zu den Veranstaltern der Ibug sei nie abgerissen – heißt es aus der Stadtverwaltung.

Bis es so weit ist, planen die Veranstalter bereits auf Hochtouren an der kommenden Ibug. Wo diese stattfinden wird, ist noch geheim. Übrigens: Geheim ist auch, ob Meerane eine Industriebrache gefunden hat, oder finden wird, in der die übernächste Ibug stattfinden könnte.

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