Hilfe für Windmühle Aurora in Weddingstedt

Auch in diesem Jahr unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) Arbeiten an der Windmühle Aurora in Weddingstedt im Landkreis Dithmarschen. Nachdem sich die Stiftung bereits vor vier Jahren an der Außeninstandsetzung mit 15.000 Euro beteiligte, unterstützt sie 2014 die Reparatur der denkmalgeschützten Technik mit weiteren 10.000 Euro. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Horst Peters vom Weddingstedter Mühlenverein Aurora von 2000 e.V. in diesen Tagen. Möglich wurde die Förderung durch die Erträge der GlücksSpirale, deren Destinatär die Denkmalschutzstiftung seit 1991 ist, und eine zweckgebundene Spende.

Die Windmühle Aurora in Weddingstedt wurde 1832 als Kellerholländer – der Unterbau war ein künstlich aufgeschütteter Erdhügel – gegenüber der Schule an der Ostroher Straße erbaut. 1880 translozierte man die Mühle an ihren heutigen Standort, wo sie als zweistöckiger Galerieholländer neu errichtet wurde. Damals dürfte auch die Umstellung von Steert auf Windrose sowie von Segel- auf Jalousieflügel erfolgt sein.

Die Mühle hat zwei Mahlgänge und eine Hammermühle. Sie ist eine der letzten Mühlen in Dithmarschen. Seit 1950 konnte die 1975 stillgelegte Mühle bis zu ihrer Unterschutzstellung 1986 nur im Rahmen der Möglichkeiten der Eigentümer instand gehalten werden. 1987 wurde das technische Denkmal dann auf Betreiben der damaligen Gemeindevertretung in das Dorferneuerungsprogramm Weddingstedt aufgenommen, sodass umfangreiche Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen möglich wurden. 2000 gründete sich zudem der Mühlenverein.

Nachdem im Oktober 2011 die Flügel montiert werden konnten und die Maßnahmen an Kappe und Drehring qualitativ hochwertig ausgeführt waren, ließ sich die Mühle wieder für Führungen und als Standesamt nutzen. Dennoch soll die Mühle mittelfristig wieder zum Schaumahlen ausgebaut werden – der Sohn des Eigentümers besucht derzeit bereits entsprechende Fortbildungen. Die Zielstellung verfolgt den Antrieb des Mahlgangs mit Wind, was lange Zeit nur elektrisch möglich war. Es zeigte sich bei den Vorbereitungen – Kämme brachen aus dem Räderwerk -, dass dazu die Technik repariert werden muss. Die schadhaften Kämme am Stirnrad, das ausgeschlagene Lager der Köngiswelle sowie die fehlende Synchronisierung der Abläufe müssen instand gesetzt werden. Die Eigentümer haben bereits die Technik in der Kappe wieder funktionsfähig gemacht. Nun wird auch die Technik auf dem Boden unter der Kappe restauriert.

Das Orkantief „Christian“ zerstörte bedauerlicherweise die Windrose, die der Mühlenbauer gerade repariert hatte. Der häufige Antrieb zuvor hatte sehr zur Beliebtheit als Hochzeitsmühle beigetragen. Seit die Mühle nun stillsteht, ist dieses Interesse deutlich gesunken.

Foto: Wikimedia Commons/Radler59/CC BY-SA 3.0

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