Haustenbecker Dorfkirche

Das idyllische Dörfchen Haustenbeck wurde 1659 gegründet und blickt auf eine Einwohnerzahl von 1.300 Menschen zurück. 1937 musste Haustenbeck der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne weichen. Bis 1939 wurden sämtliche Bewohner Haustenbecks umgesiedelt. Haustenbeck ist heute unbewohnt und gehört vollständig zum Truppenübungsplatz Senne. Die ehemalige Dorfkirche Haustenbecks steht heute unter Denkmalschutz und zerfällt langsam. Ein Gedenkstein vor der Ruine erinnert an eine bessere Zeit ohne Panzer, Schießübungen und Soldaten.

Haustenbeck selbst wurde schon in der Zeit des Dritten Reiches aufgelöst, als dort der Truppenübungsplatz erweitert wurde. Von 1937 bis 1939 wurden die Bewohner Haustenbecks umgesiedelt; die meisten Bewohner fanden in der Siedlung Moorlage in Horn-Bad Meinberg, in Isenbüttel oder in Blumenberg, heute ein Ortsteil von Wanzleben in der Magdeburger Börde sowie auf den freien Wohnungsmarkt in Lippe eine neue Heimat. Die Bewohner, die bis Ende 1939 keine neue Wohnung fanden, wurden in bereits geräumte Häuser in Hövelsenne, und der sogenannten Randsiedlung am Truppenübungsplatz Rand gelegen, einquartiert. Nach dem Krieg siedelten kurzfristig auch im Ortskern wieder einige ehemalige Bewohner Haustenbecks sowie Flüchtlinge, diese mussten aber den Ortskern, nachdem die Britische Rheinarmee den Truppenübungsplatz im August 1945 von der US-Army übernommen hatte, unverzüglich wieder räumen.

Nachdem in der Randsiedlung während des zweiten Weltkrieg nur noch einige wenige Bewohner aus dem Ortskern, die keine andere Bleibe fanden, sowie einige Angestellte des Truppenübungsplatzes wohnten, wurden gegen Kriegsende zunehmend auch Vertriebene aus dem deutschen Ostgebiet sowie Ausgebombte aus dem Ruhrgebiet und aus Paderborn in die Randsiedlung einquartiert. Es entwickelte sich wieder eine stattliche Gemeinde, die aber mit dem Wiederaufbau im Ruhrgebiet und Paderborn wieder schrumpfte. Die (sogenannte) „Randsiedlung Haustenbeck“, im Osten von Haustenbeck gelegen war noch bis zum 1. April 1957 eine politisch eigenständige Gemeinde mit etwa 200 Einwohnern. Danach wurde Haustenbeck an die Gemeinde Oesterholz angegliedert, die seitdem Oesterholz-Haustenbeck heißt. Nachdem in Oesterholz in den 1960er Jahren Bauland für die Bewohner der Randsiedlung bereitgestellt worden war, wurde die Randsiedlung von ihrem Bewohnern bis 1971 geräumt. Auf dem Gelände der ehemaligen Randsiedlung befindet sich heute eine Schießbahn. Die letzte sich dort noch befindende Ruine wurde im Sommer 2008 abgerissen.

Heute ist das gesamte Haustenbecker Gebiet unbewohnt und gehört vollständig zum Truppenübungsplatz-Senne. Heute befinden sich im ehemaligen Ortskern des Dorfes Haustenbeck nur noch die unter Denkmalschutz stehende Ruine der ehemaligen Kirche, wo sich seit einigen Jahren auch ein Gedenkstein befindet, eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Friedhof, sowie hier und da einige vereinzelte Mauerreste. Teilweise lässt sich aber anhand vom alten Obstbaumbestand noch erahnen, wo sich einst die Häuser und Höfe der ehemaligen Bewohner befanden. Außerdem befindet sich in Haustenbeck, etwa 500 Meter nordöstlich vom ehemaligen Ortskern entfernt, der Haustenbecker Turm. Dieser Turm wurde allerdings erst 1941 als Beobachtungsturm für das übende Militär gebaut. Heute dient der Turm auch dem Vogelschutz und bietet verschiedenen Greifvögeln, etwa Falken, Nistplätze. Er ist dem Kirchturm der St. Kilian Kirche in Büren-Brenken nachempfunden und hat einem Außendurchmesser vom 8 x 8 Metern und eine Höhe von 41,50 Metern. In jedem ungeraden Jahr findet in Haustenbeck das Haustenbecker Treffen, ein Wiedersehenstreffen alter Haustenbecker und Freunde statt. Ausgerichtet wird dieses Treffen durch den Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck.

Dokumenten Information
Copyright © rottenplaces 2010
Dokument erstellt am 22.01.2010
Letzte Änderung am 25.06.2014

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