Hauptgüterbahnhof Hannover bald Geschichte

Foto: Wikimedia Commons/Axel Hindemith/CC BY-SA 3.0

1997 wurde der Hauptgüterbahnhof Hannover als größter Warenumschlagplatz Europas aufgegeben. Nur die Post nutzte einen Teil des riesigen Areals. Der Verfall hielt Einzug, Obdachlose, Junkies, Randalierer und Fotografen kamen. 1877 eröffnete man den Hauptgüterbahnhof, der zu Spitzenzeiten 390 Güterwaggons pro Tag abfertigte. Nach den schweren Bombardements und den draus resultierenden Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs profitierte man 1958 vom Wirtschaftswunder – beschäftigte bis in die 80er-Jahre zu Spitzenzeiten bis zu 500 Mitarbeiter. Den Todesstoß versetzte dem Umschlagknoten die Verlegung von Gütern von der Schiene auf die Straße.

Über die Jahre scheiterten zahlreiche Versuche, den Schandfleck – wie die Hannoveraner ihren Güterbahnhof nennen – abzureißen und neue Projekte zu realisieren. Der Grund: Das Gelände mit seiner imposanten Halle war ein Industriedenkmal. Dann präsentierte der Investor Aurelis seine Pläne und bekam den Zuschlag. Aurelis ist bereits in die Umgestaltung des Bahnhofsgeländes Hamburg-Altona involviert – hat bereits mehrere Bahnbetriebsflächen in Deutschland saniert.

Noch bis in den Sommer dauern die Abbrucharbeiten am nördlichen Teil an. Rund 19.000 Quadratmeter bebauter Raum verschwindet. Verantwortlich dafür ist das in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) ansässige Unternehmen Hagedorn. Und das hat langjährige Erfahrung beim Abbruch großer Areale. Fünf Bagger hat Hagedorn auf der Großbaustelle im Einsatz. Tag für Tag knabbern sich die Kettenbagger mit ihren Schaufelzähnen durch die Beton- und Stahlsubstanz.

Die Post bleibt weiterhin auf dem Gelände, plant den Neubau eines Paketzentrums. Der Hamburger Feinkostgroßhändler Andronaco kommt hinzu, will große Teile des Areals nutzen. Der Frankfurter Investor Aurelis möchte die restlichen, entstehenden Freiflächen als „Stadtplatz“ qualitativ hochwertig neu gestalten und vermarkten. Auch Wohnungen oder Pflegeheime sind möglich. Gewerbe, das den Unternehmen in der Innenstadt Konkurrenz machen könnte, ist nicht angedacht. Rund 9 Millionen Euro sollen investiert werden.

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