Gutachten für Leuchtturm Roter Sand

Bonn/Bremerhaven (dsd/aw). Der Leuchtturm Roter Sand ist das bekannteste Seezeichen an Deutschlands Nordseeküste. Das maritime Wahrzeichen steht auf halbem Weg zwischen Helgoland und Bremerhaven in offener See, rund 30 Seemeilen von Bremerhaven entfernt. 1987 wurde der Turm in einer spektakulären Aktion gerettet. Nun setzen dem historischen Bauwerk erneut die See und ihre Unwägbarkeiten zu. Der Meeresspiegel steigt und die Abstände belastender Sturmfluten werden immer kürzer.

Dies führt zu Schäden, die den Bestand des denkmalgeschützten Bauwerks bedrohen können. Denn das älteste Offshore-Denkmal ist zwar eine geniale Ingenieurleistung des 19. Jahrhunderts, doch „für die heutigen, seinerzeit nicht vorhersehbaren Belastungen ist der Turm nicht präpariert,“ erläutert Matthias Wagner. Der Projektarchitekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) – der Besitzerin des Bauwerks – begleitet derzeit gemeinsam mit den Fachleuten des Bundes – der Eigentümerin des Turms – umfangreiche Untersuchungen zum Schutz des Leuchtturms.

Seit 1987 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zusammen mit dem Förderverein Leuchtturm Roter Sand e.V. die regelmäßige Wartung am Turm ausgeführt. Nicht zuletzt dank der treuhänderischen Stiftung Leuchtturm Roter Sand in der DSD hat sie seit der Übernahme über eine Million Euro für Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an dem technischen Denkmal bereitgestellt. Dennoch: Die nicht vermeidbaren Korrosionsschäden des von Wasser umgebenen Bauwerks reichen derzeit bis in die konstruktiven Bauteile hinein. Erste Untersuchungsergebnisse hinterfragen daher die Haltbarkeit des statischen Systems der Turmgründung im Hinblick auf die nächsten Jahrzehnte.

Nachvollziehbar, dass DSD und Bund auf die langfristige Situation mit Sorge blicken. Sie wollen ein Konzept für den Erhalt dieses maritimen Denkmals erarbeiten, damit der Rote Sand für die Nachwelt nicht verlorengeht. Über den Ausgang der Überlegungen berichtet die Stiftung voraussichtlich im Spätsommer, wenn alle Ergebnisse vorliegen und ausgewertet sind. Besucher müssen sich indes keine Sorgen machen, betonen die Experten. Fahrten zum Turm sind weiterhin bei ruhigem Seegang möglich. Der Leuchtturm Roter Sand steht auf absehbare Zeit stabil.

Seinen Namen erhielt der „Rote Sand” von seinem Standort in der Außenweser, einer Sandbank mit rotem Muschelkalk. Von 1885 bis 1964 brannte das Leuchtfeuer auf diesem ersten Offshore-Bauwerk der Welt. Der „Rote Sand” mit seinen drei Erkern wurde zum Sinnbild des Leuchtturms schlechthin. Nach der Außerdienststellung des Leuchtturms engagierten sich Tausende Leuchtturmfreunde gegen die Aufgabe des maritimen Denkmals. Der Bund als Eigentümer des Turms, das Land Niedersachsen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) entwickelten daher 1987 gemeinsam mit dem Förderverein Leuchtturm Roter Sand e.V. einen Rettungsplan, um dem Roten Sand in einer spektakulären Rettungsaktion seine Standfestigkeit zurückzugeben.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nahm den Leuchtturm in Besitz und errichtete die treuhänderische Stiftung Leuchtturm Roter Sand in der DSD zur dauerhaften Pflege.

Weitere Informationen unter www.leuchtturm-roter-sand.de.

Spenden und Zustiftungen sind in jeder Höhe möglich:
DSD-Stiftung Leuchtturm Roter Sand
IBAN DE05 3708 0040 0263 6670 03; BIC DRESDEFF370

Dies ist eine Pressemitteilung, die der Redaktion zugeschickt wurde, und die wir zur Information unserer Leser*innen unredigiert übernehmen.

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