Güterbahnhof Duisburg: Wann kommt die Belebung?

Ehemaliger Güterbahnhof Duisburg. Foto: rottenplaces Archivfoto
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Duisburg (aw). Wann kommt endlich Bewegung in die jahrelangen Diskussionen rund um das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs? Parallel zur Bundestagswahl am 24. September 2017 stimmten die Duisburger über ihre Brache ab. Die knappe Mehrheit von 51,09 Prozent sprach sich gegen ein Designer Outlet Center (DOC) und somit gegen die Pläne des Möbelunternehmers und Investors Kurt Krieger aus. Dieser wollte auf dem Areal ein Einkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von 30.000 Quadratmetern im „Village Stil“ und bis zu 175 Läden schaffen (wir berichteten). Mehr als 3.000 Parkplätze und eine direkte Autobahnzufahrt sollten die Menschenmengen nach Duisburg locken. Die Duisburger Einzelhändler sahen mit diesen Plänen ihre wirtschaftliche Zukunft bedroht.

Anfang Februar dieses Jahres hatte sich der Duisburger Rat den Grundsatzbeschluss für den Bau des DOC auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs („Duisburger Freiheit Süd“; Anm. d. Red.) in der Innenstadt gefasst. Während SPD und CDU den Beginn entsprechender Planungen begrüßten, lehnten die kleineren Fraktionen und Ratsgruppen das Vorhaben fast durchgängig ab. Der Handelsverband Niederrhein und die örtliche Industrie und Handelskammer (IHK) unterzeichneten eine Erklärung, die den sofortigen Stopp der Planungen forderte. Das Handelsforschungsinstitut EHI bezeichnete die Pläne für ein mögliches Outlet-Center auf der Brache als „möglichen Rettungsanker in Zeiten schwindender Umsätze in den Innenstädten.“

Loveparade-Katastrophe

Seit der Loveparade-Katastrophe 2010, bei der 21 Menschen starben und 650 teilweise schwer verletzt wurden, gilt das Areal mit der Güterbahnhof-Ruine für viele Duisburger als Mahnmal. Bei der Techno-Veranstaltung war es zu einer Massenpanik gekommen. Heute erinnert eine Gedenkstätte an das Unglück, das das Ende der Loveparade besiegelte.

Gedenkstätte am Unglücksort der Loveparade 2010. Foto: rottenplaces/A. Winternitz

Der Bürgerentscheid

Die Frage rund um das DOC lautete: „Stimmen Sie dafür, dass der „Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt zur Realisierung eines Designer Outlet Center (DOC) auf der Fläche der Duisburger Freiheit Süd“ (DS 17-0025) vom 01.02.2017 aufgehoben werden soll und damit die Einleitung von Bauleitplanverfahren und sonstigen Verfahrensschritten für ein DOC auf dem Güterbahnhofsgelände südlich der Koloniestraße („Duisburger Freiheit Süd“) unterbleibt?“ Wer mit „Ja stimmte, war gegen das Outlet Center.

Bürgerentscheid 2017, Endergebnis. Foto: Infografik rottenplaces.de/Stadt Duisburg

Weil jetzt endlich ein frischer Wind über die Brache wehen soll, möchte die Bürgerinitiative „Ja zu Duisburg“ – die schon vor dem Bürgerentscheid mobil gemacht hatte – zukünfitg eigene Vorschläge für die Innenstadt entwickeln. Dessen Sprecher Frank Oberpichler kritisierte die Stadt Duisburg, weil diese sich bisher nur auf Investoren verlassen habe. Weil der Stadt das Gelände allerdings nicht gehört, sondern Investor Krieger, möchte die Initiative auch mit Selbigem sprechen. Dieser hat als Eigner alleine das Recht, zu entscheiden, was auf seinem Grundstück geschehen soll. Alle anderen können lediglich Empfehlungen aussprechen.

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