Güterbahnhof Duisburg

Der Duisburger Güterbahnhof (Gbf) ist ein ehemaliger Güter- und Rangierbahnhof liegt zwischen der Bundesautobahn 59 (A 59) im Westen, dem Empfangsgebäude des Duisburger Hauptbahnhofs im Norden und den Gleisanlagen des Hauptbahnhofs im Osten. Die rund 35 Hektar große Fläche erstreckt sich im Anschluss an den Hauptbahnhof südwestlich von dessen Bahnanlagen in der Länge von ca. 1,6 Kilometern in Nord-Süd-Richtung bis zur Anschlussstelle Hochfeld der A 59. Der Bahnhof umfasste einen Rangierbahnhof und einen unmittelbar daneben gelegenen eigentlichen Güterbahnhof.

Der Rangierbahnhof besaß an seinem südlichen Ende einen Ablaufberg mit zwei Gleisbremsen sowie weiter nördlich davon ein weiteres, kleineres Rangiersystem für den Eilgutverkehr mit einem Ablaufberg ohne Gleisbremse. Beide Ablaufberge wurden in Richtung Süd–Nord betrieben. Im Nordwestteil der Anlage befanden sich die Verladeanlagen für den Ortsverkehr und eine Stückgutumladehalle.

Das Gelände wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts industriell und gewerblich vielfältig genutzt. Die bahntypische Nutzung begann 1864 mit betriebstechnischen Anlagen und Gebäuden (Empfangsgebäude, Lok- und Güterschuppen u. ä.) der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft. Eine Nutzung durch Schwerindustrie (Walz- und Stahlwerke) im mittleren Bereich des Standorts ist ab 1873 sicher belegt.

Im südlichen Bereich des Geländes befand sich vor 1900 eine Eisenbahnwerkstatt mit Lokschuppen und Drehscheibe. Ab den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts ist eine Ausbreitung der Bahnanlagen zu verzeichnen. Die Industriebetriebe sind zurückgebaut bzw. in andere Fabriknutzungen umgewandelt. Die Umladehallen und Ladestraßen wurden eingerichtet. 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, ist der Wandel von der industriellen Vornutzung des Geländes hin zur hauptsächlichen Nutzung durch Bahnanlagen abgeschlossen. Neben den eigentlichen Bahnanlagen befinden sich auf dem Standort eine Reihe von Lagerplätzen und Lagerhallen. Aktuell sind die Einrichtungen des Güterbahnhofs außer Betrieb. Die Güterhallen stehen leer und werden nicht mehr genutzt. Die Gleisanlagen sowie ein Stellwerk werden ebenfalls nicht mehr genutzt, die Gleise sind weitgehend zurückgebaut.

Am 24. Juli 2010 fand die Loveparade 2010 in Duisburg auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs unter dem Motto „The Art of Love“ statt. Erstmals handelte es sich dabei um eine Veranstaltung in einem umzäunten Areal. Beim durch dichtes Gedränge im Eingangsbereich, in und bei der Unterführung Karl-Lehr-Straße, ausgelösten Unglück bei der Loveparade 2010 kamen als Folge bis zum 28. Juli 2010 21 Menschen ums Leben. Insgesamt 511 weitere Personen wurden bei der Veranstaltung verletzt, etwa 40 davon schwer. Die Todesfälle und das ungeklärte Unfallgeschehen und seine Ursachen wurden unmittelbar danach Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Duisburg. Der Prozess läuft.

Im Rahmen der Entwicklungsplanung für die Stadt Duisburg wurde 2009 eine Planung für die weitere Nutzung der Fläche vorgelegt. Vorgesehen ist die Errichtung eines Büroparks mit dem Namen Duisburger Freiheit. Die Pläne hierfür wurden vom britischen Architekten Norman Foster erarbeitet. Foster hat bereits viele andere Gebäude in Duisburg (u. a. im Innenhafen) entworfen. Foster + Partners orientieren sich bei der baulichen Mischung des neuen Geländes dann auch an dem Erfolgskonzept des Innenhafens.

Nachdem die Planungen dafür jedoch lange Zeit nur schleppend vorankamen, gab es Pläne für ein Factory-Outlet-Center auf dem Gelände, die jedoch im September 2017 per Bürgerentscheid gestoppt wurden. Infolgedessen sollen nun wieder die Pläne für die Duisburger Freiheit als Grundlage der weiteren Planungen für das Gelände dienen.
Im Zuge des Ausbaus der A 59 erhält die Fläche außerdem zwei eigenständige Autobahnabfahrten, Hochfeld und Zentrum.

Quellen: Stadt Duisburg, Der Westen, Wikipedia, privat

Dokument-Information
Objekt ID: rp-032936
Kategorie: Bahnanlagen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Standort: keine Angabe
Baujahr: keine Angabe
Denkmalschutz: nein
Architekt: keine Angabe
Objekt erfasst: 18.03.2010/29.07.2016
Objekt erstellt: 17.05.2018
Letzte Änderung: 17.05.2018
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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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