Großbrand im Spreepark war Brandstiftung

Foto: Feuerwehr Berlin
Foto: Feuerwehr Berlin

Er galt zu DDR-Zeiten als der einzige ständige Vergnügungspark, als „Jurassic Park“ des Ostens – der Freizeitpark im Plänterwald, in direkter Nähe zur Spree, der jährlich rund 1,7 Millionen Menschen anzog. In der Nacht zu Montag kam es zu einem Großbrand, bei dem die 1999 errichtete Kulisse „Alt-England“ und einige umliegende Bereiche komplett zerstört wurden. Rund 100 Einsatzkräfte kämpften auf rund 5.000 Quadratmetern gegen die Flammen. Brandexperten gehen von Brandstiftung aus, da gleich mehrere Brandherde ermittelt werden konnten. Ein Indiz dafür ist beispielsweise die Tatsache, dass zwei Einsatzstellen rund 200 Meter voneinander entfernt lagen.

Große Probleme hatten die eingesetzten Wehrleute mit dem Löschwasser vor Ort. Da das Gelände schwer zugänglich ist und keine ausreichende Wasserversorgung vorliegt, musste das Löschwasser von eineinhalb Kilometer entfernten Hydranten über extra gelegte Leitungen transportiert werden. Auch von der Spree aus löschten Feuerwehr und Polizei von Booten. Nach rund vier Stunden waren die Flammen gelöscht, verletzt wurde niemand. Das Riesenrad blieb von dem Großfeuer verschont. Spezialisten vom Landeskriminalamt fotografierten die betreffende Stelle mit einer Drohne und setzten Spürhunde ein.

Seit 2002 liegt das Gelände brach. Im selben Jahr wurde der Park im Rahmen eines Insolvenzverfahrens abgewickelt – übrig blieben Schulden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Seit 2009 konnte man das Gelände jedes Wochenende während einer zweistündigen Führung besichtigen. 2011 öffnete samstags, sonntags und an Feier- und Brückentagen das Café „Mythos“ – der Verkaufserlös kam der Reparatur sanierungsfähiger Fahrgeschäfte zugute. Im selben Jahr aktivierte man die Parkeisenbahn „Santa-Fe-Express“ , deren Erlös ebenfalls gleichem Zweck zugutekam.

2013 bot ein privater Investor bei einer angesetzten Zwangsversteigerung eine Millionensumme für das Gelände, doch zum Zuschlag kam es nicht, der Berliner Finanzsenator sagte die Auktion ab, mit der Begründung, keiner Firma den Zuschlag zu erteilen, die sich eigens für den Kauf des Geländes gegründet hatte. Im April 2014 fand die letzte Führung auf dem Gelände statt. Zwei Monate zuvor hatte das Land Berlin das Erbbaurecht am Spreepark von der insolventen Gesellschaft erworben und verfügt seitdem lasten- und verbindlichkeitenfrei über das Grundstück. Seitdem sucht das Land nach einem Nutzungskonzept.

Der Liegenschaftsfonds möchte auch zukünftig organisierte Führungen über das Gelände anbieten, denn die Nachfrage ist groß. Immer wieder klettern Menschen illegal auf das 45 Meter hohe Riesenrad. Aus diesem Grund – und um den Zugang zu erschweren – wurde der Steg zum Riesenrad nach dem Brand im Park entfernt. Ein neuer Zaun soll den rostigen alten ersetzen.

Foto: Feuerwehr Berlin, Video: BZ Berlin

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