Gleisanlagen für „Wilde Zicke“ in Naumburg werden gefördert

Tw 36 und Tw 51 der Naumburger Straßenbahn vor dem Depot. Foto: Christian Bier/CC BY-SA 2.0
ANZEIGE

Naumburg (aw). Die Straßenbahn Naumburg (Saale) verkehrt in der Stadt Naumburg (Saale, Burgenlandkreis) seit 1892 mit einigen Unterbrechungen auf einer ringförmigen Strecke – seit 1994 nur noch auf einem Teilstück hiervon. Die heute von der Naumburger Straßenbahn GmbH betriebene meterspurige Bahn wird seit der DDR-Zeit häufig auch „Wilde Zicke“ genannt. Sie ist heute der kleinste Straßenbahnbetrieb in Deutschland und einer der kleinsten in Europa.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert die historische „Wilde Zicke“ von Naumburg (Burgenlandkreis) in diesem Jahr mit exakt 800.261,92 Euro. „Die Straßenbahn trägt schon jetzt ganz erheblich dazu bei, die Saalestadt insgesamt noch attraktiver zu machen“, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel bei der Übergabe des Fördermittelbescheides an Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper. Mit der Modernisierung und Ausdehnung des Streckennetzes werde sich die „Wilde Zicke“ künftig noch stärker als sinnvolle Ergänzung des bestehenden öffentlichen Verkehrsnetzes von Naumburg etablieren.

Nach Auskunft von Webel wird das neue Fördergeld nämlich in den Ausbau der Gleisanlagen entlang des Wenzelsrings bis zum Salztor investiert. Auch der Bau einer Haltestelle „Salztor“ sowie ein Geh- und ein Radweg an der Strecke seien geplant, erläuterte der Minister weitere Einzelheiten des Vorhabens.

„Mit der finanziellen Unterstützung wollen wir das Nahverkehrsangebot in Naumburg fördern und zugleich dabei helfen, eine Tradition zu bewahren. Die weitere touristische Entwicklung in der Region wird davon profitieren“, erklärte Thomas Webel. Die früher ausschließlich für touristische Zwecke betriebene Naumburger Straßenbahn fahre heute in Verbindung mit der Stadtbus-Linie 101 im Viertelstundentakt vom Bahnhof in die Innenstadt und umgekehrt.

Die „Wilde Zicke“ ist in den zurückliegenden Jahren bereits umfangreich als technisches Denkmal vom Land gefördert worden. „Technische Denkmäler gehören zum kulturellen Erbe des Landes, das gepflegt werden muss. Dazu braucht man Enthusiasten, wie sie hier am Werk waren und sind“, würdigte der Verkehrsminister abschließend noch einmal das Engagement der Mitglieder des Vereins der Nahverkehrsfreunde Naumburg-Jena, die sich seit etlichen Jahren für den Erhalt der Naumburger Straßenbahn einsetzen.

Mehr Informationen unter www.naumburger-strassenbahn.de

Keine Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel