Gedenkstätte Speziallager Nr. 1 Mühlberg/Elbe

Foto: Wikimedia Commons/LutzBruno/CC BY 3.0

Mehr als 6700 Häftlinge des Speziallager Nr.1 des NKWD/MWD, Mühlberg/Elbe kamen ums Leben. Es gab keine Einzelgräber, alle Toten wurden außerhalb des Lagers in Massengräber geworfen und notdürftig zugeschüttet. Die Angehörigen wurden nie benachrichtigt. Kränze, die nach der Auflösung des Lagers auf dem Gelände von Angehörigen niedergelegt wurden, hatte man auf Weisung der zuständigen DDR-Behörden umgehend entfernt.

Nachdem bei landwirtschaftlichen Arbeiten immer wieder Knochen gefunden wurden, hatte man das Gelände aufgeforstet. Nach der politischen Wende 1989 stellten Angehörige der Toten Kreuze und Gedenksteine auf. 1990 wurde die Initiativgruppe Lager Mühlberg gegründet, die sich seitdem der Gestaltung der Gedenkstätte und der Aufarbeitung der Geschichte des Speziallagers Mühlberg widmet.

Seit 1992 ist mit Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und des Landes Brandenburg eine Gedenkstätte für alle Toten des Speziallagers entstanden. Aus einzelnen Massengräbern wurden dabei Skelette geborgen und würdevoll neu bestattet. Jährlich finden mehrere Gedenktreffen auf dem ehemaligen Lagergelände statt. Am 6. September 2008 wurden Namenstafeln mit den Namen der Verstorbenen feierlich enthüllt.

Gedenkstätte Speziallager Nr. 1 Mühlberg/Elbe
Dorfstraße, 04931 Mühlberg
www.lager-muehlberg.org

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