Gedenkstätte Grenze Mattierzoll

Foto: Wikimedia Commons/AxelHH

Mattierzoll lag seit Jahrhunderten im Grenzbereich verschiedener Territorien, insbesondere zwischen dem Herzogtum Braunschweig und dem Bistum Halberstadt bzw. später Brandenburg-Preußen. 1941 erfolgte eine bedeutende Grenzbereinigung zum Zwecke der Neuordnung zusammenhängender und geschlossener Verwaltungsbezirke, bei der der Nachbarort Hessen von Braunschweig an Preußen abgegeben wurde.

Die Grenze war zu allen Zeiten durchlässig und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg immer undurchlässiger. Hier grenzte zunächst die Sowjetische Besatzungszone an, bald kam die stark ausgebaute Innerdeutsche Grenze. Die frühere Reichsstraße 79, jetzt im Westen B 79 und (auf dem Gebiet der DDR) Fernverkehrsstraße 79, wurde zwischen Mattierzoll und dem Ort Hessen unterbrochen. Von westlicher Seite existierte sie als weiter als schmale, kopfsteingepflasterte Straße bis an die Grenzanlagen. Neben dieser Straße wurde ein Informationspunkt über die Grenzanlagen und den Todesstreifen unterhalten.

Am 12. November 1989 um 7.58 Uhr öffnete sich durch den Mauerfall die Grenze und die B 79 wurde wieder durchgängig befahrbar. Heute erinnern nur noch der erhalten gebliebene Grenzwachturm und der Informationspunkt an die ehemalige Grenze.

Gedenkstätte Grenze Mattierzoll
38170 Winnigstedt

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

1 Kommentar

  1. Danke für die Erinnerung an unsere Teilung , keiner hat vor Jahren an die Wiedervereinigung geglaubt , Danke an alle Bürger beider Staaten das es zu dieser friedlichen Vereinigung gekommen ist. Auch ich habe von 1975-1980 an dieser unmenschlichen Grenze in Bad Harzburg-Eckertal Zollgrenzdienst verrichtet. Über diese Zeir habe ich viele Filaufnahmen gemacht die vom WDR in Köln digitalisiert wurden und im Internet unter der Eingabe von : WDR DIgit Startseite , mit der Eingabe des Suchbegriffs Zaunkönig zu sehen sind. Über diese Zeit und meine wahren aber teilweise unglaublichen Erlebnisse habe ich ein bebildertes Buch unter dem Titel:“ Ein Zöllner flüchtete in die DDR“ ISBN Nr. 978-3-7375-8667-2 für 11,95 Euro veröffentlicht.

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