Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus

Foto: Kathrin Zimmer/CC0

Die Gedenkstätte Amthordurchgang in Gera ist ein Ort des Gedenkens an die Opfer beider deutscher Diktaturen und eine wichtige Anlaufstelle für Kommunikation, Information und Dokumentation. Die Gedenkstätte befindet sich in einem Gebäude, das Teil eines Gefängnisses war, welches 1874 erbaut wurde und bis 1989 als Untersuchungshaftanstalt diente. Der eigentliche Zellentrakt wurde 1999 abgerissen. Die Gedenkstätte befindet sich im ehemaligen Verwaltungstrakt der Haftanstalt. Die Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus der politischen Haftanstalt von 1933 bis 1945 und 1945 bis 1989 ist seit dem 18. November 2005 geöffnet.

Der Verein Gedenkstätte Amthordurchgang wurde im Herbst 1997 gegründet. Zweck des Vereins ist die Aufarbeitung und Veröffentlichung der politischen Verfolgung und des Widerstandes unter den zwei deutschen Diktaturen. Die Stadt Gera mit ehemaligem Sitz einer Bezirksverwaltung und Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit ist in besonderer Weise in die geschichtliche Aufarbeitung der Vergangenheit eingebunden.

Im Sommer 1999 wurde bekannt, dass die Haftanstalt abgerissen werden soll. Der Verein kämpfte für die Errichtung einer Gedenk- und Begegnungsstätte am authentischen Ort. Trotz massiver Proteste und einer Besetzung konnte der Abriss des Haftgebäudes nicht verhindert werden. Mit Hilfe der zahlreichen Unterstützer konnte zumindest der Erhalt des Torhauses, des Eingangs- und Verwaltungstraktes erzwungen werden. Für die Gestaltung einer Gedenk- und Begegnungsstätte standen erst in den Jahren 2003 und 2004 Mittel aus dem Fonds der Bundesrepublik Deutschland „Erlöse aus dem Verkauf ehemaliger Mauergrundstücke“ zur Verfügung.

Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus
Amthordurchgang 9, 07545 Gera
www.torhaus-gera.de

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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