Futuristische Ruinen – Die Ufo-Häuser von Sanzhi

Verlassene Ufo-Häuser in Sanzhi. Foto: Carrie Kellenberger/CC BY 2.0
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Die Ufo-Häuser im Distrikt Sanzhi von Neu-Taipeh in Taiwan, waren einst ein wahnwitziges Feriendorf, bestehend aus bald nach dem Bau verlassenen, gondelförmigen Bauten. Der Baugrund des Dorfes, dessen Bauten auch Gondelhäuser von Sanzhi oder Gondelsiedlung von Sanjhih genannt wurden, gehörte der Hung Kuo Group, die die Häuser 1978 bauen ließ, um sie an Offiziere der US-Streitkräfte zu verkaufen. Die Häuser waren dem Futuro nachempfunden, ein im Jahr 1968 vom finnischen Architekten Matti Suuronen entwickelten, aus glasfaserverstärktem Polyester bestehendem ellipsoiden Rundhaus, das auf einem Metallgerüst steht. Die Bauarbeiten mussten allerdings schon im Jahr 1980 aufgrund von Investitionsverlusten eingestellt werden. Die ausführende Baufirma ging im Zuge dessen Pleite.

Schon während der Bauarbeiten kamen Gerüchte auf, nach denen es zu tödlichen Unfällen gekommen sein soll, weil eine mythologische, chinesische Drachenskulptur an der Zufahrtstraße bei Arbeiten zerstört worden war. Als weitere Geschichte wurde sich erzählt, dass das Ufo-Dorf auf einer ehemaligen Begräbnisstätte niederländischer Soldaten errichtet wurde. Bei Arbeiten sollen zahlreiche Leichenteile gefunden worden sein. Man sagte sich, dass wenn immer ein Haus abgerissen werde, Arbeiter sterben würden. Aus diesem Grund verfiel das Dorf jahrzehntelang zur Geisterstadt. Über die Jahre entwickelten sich die rund 60 Gebäude zu einer echten Sehenswürdigkeit und zur Kulisse für Film-, TV- und Musikproduktionen. 1989 sollten die ruinösen Bauten bereits saniert und durch eine Edel-Ferienanlage ergänzt werden. Passiert ist nichts.

2010 wurden erste Bauten abgerissen, wahrscheinlich – und das ist nicht sonderlich belegt, im Zuge der Neuplanungen mit dem Areal. Eine Petition, die die „Ruinen der Zukunft“ als Museum erhalten sollte, scheiterte. Jetzt sollen die früheren Pläne, eine neue moderne Ferienanlage mit Wasserpark zu errichten, umgesetzt werden. Wäre da nicht der Aberglaube der Taiwaner. Dieser geht so weit, dass sie zu gewissen Zeiten, genauer im Geistermonat (Juli/August, ab erstem Tag des siebten Monats im Mondkalender) nicht ins Meer gehen. Die Taiwaner meiden also dann den Strand und das Meer. Beste Voraussetzungen für neue, touristische Pläne für die Ferienanlage. Und dann wäre da ja auch noch die Taifunsaison …

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