Freilichtmuseum sucht persönliche Geschichten und Erinnerungen

Die Kuratoren Mathis Kleinitz und Janina Raub sind bereits in den Vorbereitungen für die neue Aus-stellung 2018 im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Auch die historische Tankstelle aus den 1960er Jahren wird in die Ausstellung mit einbezogen. Foto: LWL/Klein

Detmold (lwl/aw). Anlässlich des 50. Jahrestages der Protestbewegungen von 1968 stellt das LWL-Freilichtmuseum Detmold die 1960er Jahre in den Mittelpunkt seiner Sonderausstellung 2018. Die Mondlandung, der Beginn des Farbfernsehens, das Woodstock-Festival oder John F. Kennedy – in der Rückschau erscheinen die 1960er Jahre heute häufig als das Jahrzehnt gesellschaftlichen Aufbruchs und allgemeiner Modernisierung. Aber nicht allein das „Jahr der Revolte“ steht 2018 im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Mittelpunkt, sondern „die anderen 1960er“. Für diese Sonderausstellung sucht das LWL-Freilichtmuseum interessante Alltagsgeschichten und Objekte aus diesem Jahrzehnt.

Es sind die vielen kleinen Veränderungen in den 1960er Jahren in Westfalen, die das Museumsteam interessieren. Anhand von persönlichen Objekten und ihren Geschichten, die den Alltag in Familie, Beruf und Freizeit zeigen oder den Konsum widerspiegeln, soll auf den starken gesellschaftlichen Wandel der vergangenen 50 Jahre aufmerksam gemacht werden. So kann auch schon ein Taschentuch zum Ausstellungsobjekt werden, wenn es die Tränen von Ilse nach ihrer geheimen Liebschaft mit einem Amerikaner getrocknet hat. Oder es kann eine Schallplatte sein, die ein ganz besonderes Lied abspielt, das mit einem Ereignis verbunden ist und daher auch heute noch Emotionen auslöst.

Manchmal sind es aber auch die einfachen Geschichten, die beispielhaft für ein ganzes Jahrzehnt stehen können. Das Team möchte mit den Menschen selbst ins Gespräch kommen. Egal, ob als Zeitzeuge der 1960er oder ob als Nachfahre, über das Jahrzehnt gibt es viel zu erzählen. Interessant sind vor allem die ganz normalen Geschichten, die auf der einen Seite den Aufbruch und gleichzeitig das Verharren in alten Traditionen widergeben. Die schönsten Objekte sollen ab April 2018 in der Ausstellung im Paderborner Dorf des LWL-Freilichtmuseums Detmold gezeigt werden.

Um eine möglichst große Vielfalt der Geschichten zu gewährleisten, benötigen Mathis Kleinitz und Janina Raub einige Angaben: Welche Erinnerungen werden mit den 1960er Jahren verbunden? Wie sah der Alltag aus? Gerne nimmt das Team auch Objektvorschläge entgegen.
Einsendungen bitte per Mail an (mathis.kleinitz@lwl.org) oder per Brief an LWL-Freilichtmuseum Detmold, 1960, Krummes Haus, 32760 Detmold. Fragen werden unter Tel. 05231 / 706301 beantwortet.

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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