Forschungsergebnisse zur Wittekindsburg in Porta Westfalica

Luftaufnahme der Überreste der Kreuzkirche, über die später ein gläserner Schutzbau. Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/S. Brentführer

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat neue Forschungsergebnisse zur Wittekindsburg in Porta Westfalica (Kreis Lübbecke) in einem Heft herausgebracht, das in der Reihe „Frühe Burgen in Westfalen“ erscheint. Erworben werden kann das Heft bei der Altertumskommission für Westfalen zu einem Preis von 3,50 Euro (zzgl. Porto und Verpackungspauschale).

Vielen dürfte Wittekind (oder Widukind) als Sachsenkönig und großer Gegenspieler Karls des Großen aus dem Geschichtsunterricht bekannt sein. Nach ihm ist auch die Wittekindsburg benannt, der sich Ralf Pöger, Mitglied der Altertumskommission für Westfalen, erneut angenommen hat. Dafür hat er Altgrabungen ausgewertet und diese mit den neuesten Forschungsergebnissen erweitert. Leser erfahren etwas über die geografische Lage der Burg, besondere archäologische Befunde sowie archäologische Rekonstruktionen der Wittekindsburg.

Die Wälle und das sogenannte Häverstädter Tor sind sichtbare Geschichtsspuren, die beweisen, dass man schon vor über 2.300 Jahren die Lage oberhalb der Weser zu schätzen wusste und dass es Gründe gab, hier eine Befestigung zu errichten. Im späten 8. Jahrhundert soll es auf der Wittekindsburg zu einer Begegnung zwischen Wittekind und Karl dem Großen gekommen sein, doch nachgewiesen werden konnte dies bisher nicht.

Erst im 9./10. Jahrhundert wurde die Befestigung wieder genutzt und weiter ausgebaut. Im Jahr 993 wird von einer frommen Einsiedlerin namens Thetwif berichtet, die hier mit einigen weiteren Nonnen lebte. Mit den Grundrissen der Kreuzkirche, die heute unter einem gläsernen Schutzbau zu sehen sind, wird außergewöhnliche sakrale Architektur dieser Zeit sichtbar. Gräber im Inneren von einer erwachsenen Frau und vier Kindern geben den Archäologen Rätsel auf. Handelt es sich bei der Frau um Thetwif? Aber was haben die Kinder mit einer Nonne zu tun?

Rolf Plöger
Die Wittekindsburg an der Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke
Heft 11 der Reihe „Frühe Burgen in Westfalen“, 3. Auflage,
36 Seiten, 27 Abbildungen, ISSN 0939-4745, UVP 3,50 Euro zzgl. Porto und Verpackungspauschale

Bezug: Altertumskommission für Westfalen, An den Speichern 7, 48157 Münster,
Telefon: 0251/591-8990, Email: altertumskommission@lwl.org

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