Forschung: Förderbescheid für KZ-Gedenkstätte Porta Westfalica

Eine Treppe, die vom Kopfstollen in den einige Meter höher gelegenen C-Stollen der ehem. Untertageverlagerung Dachs 1 führt. Foto: Jochen Sunderbrink

Münster (lwl/aw). Die LWL-Kulturstiftung unterstützt die Forschung zu den Außenlagern des Hamburger KZ Neuengamme unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Denkmals an der Porta Westfalica mit 80.000 Euro. Die Forschungsarbeit soll auch Grundlagen für eine geplante Gedenkstätte legen. Im Zweiten Weltkrieg hatten die Nazis ab 1944 über 1.000 Zwangsarbeiter in einem Stollensystem im Berg unter dem Denkmal und im gegenüberliegenden Jakobsberg unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten lassen.

Am vergangenen Mittwoch folgte Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der Einladung des Bürgermeisters von Porta Westfalica, Bernd Hedtmann, und des Historikers Thomas Lange, dem Geschäftsführer des Vereins KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke). Am Jakobsberg übergab Löb als Vorsitzender der LWL-Kulturstiftung einen Förderbescheid über 80.000 Euro.

„Es braucht viel Engagement, der regionalen Geschichte unter dem Diktat der Nationalsozialisten zu begegnen und sie aufzuarbeiten“, so Löb bei der Übergabe des Förderbescheids. „Mit dem Projekt wird eine Forschungslücke in der westfälischen Geschichte geschlossen. Wir unterstützen den ehrenamtlich agierenden Verein in dem Ziel, den Jakobsberg zu einem Ort des Erinnerns und Austauschs weiterzuentwickeln und dauerhaft zu etablieren“, erläuterte Löb weiter.

Mit der Förderung leistet die LWL-Kulturstiftung für die Dauer von fünf Jahren (2019 bis 2023) einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung der Außenlager des Hamburger KZ Neuengamme auf dem heutigen Stadtgebiet Porta Westfalicas. Hier wurden ab Sommer 1944 Zwangsarbeiterinnen für die Rüstungsverlagerungen in die Stollenanlagen rund um den Stadtteil Hausberge eingesetzt. Erkenntnisse der Forschungsarbeit sollen die Basis für eine Ausstellung in der geplanten Gedenkstätte im Jakobsberg und für eine umfassende Online-Dokumentation bilden.

Unterstützung erfahren die Verantwortlichen in Porta Westfalica auch vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, das gemeinsam mit dem Verein im Frühjahr 2020 zum 75. Jahrestags des Kriegsendes eine Historiker-Tagung ausrichten wird.

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