Fördermittel für Kriegsgefangenenlager in Sandbostel

Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Sandbostel (dsd). Für die Instandsetzung der Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Sandbostel im Landkreis Rotenburg (Wümme) stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr 50.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbringt Dieter Kunze, Ortskurator Stade der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 9. August 2016 um 18.00 Uhr im Beisein von Timo Jahns von Lotto Niedersachsen an Andreas Ehresmann, Geschäftsführer der Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Der Lagerkomplex des STALAG XB in Sandbostel wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangenen-, Arbeits- und KZ-Auffanglager nach einem Musterplan des Heeres errichtet. 27 Baracken entstanden bereits 1939 unmittelbar am Zentraleingang, ein Jahr später errichtete man den rückwärtigen Teil der Anlage. Die für zentrale Zwecke, wie die Küchennutzung, vorgesehenen Bauten wurden in massiver Bauweise errichtet, die Unterkünfte dagegen bestanden aus vorgefertigten Holzelementen in Typenbauweise. Etwa 1 Million Menschen aus 70 Nationen wurden zwischen 1939 und 1945 in Sandbostel interniert. Die Behandlung der Gefangenen war meist überaus grausam. Man muss davon ausgehen, dass im Lager etwa 50.000 Menschen zu Tode kamen.

Nach der Befreiung durch britische Truppen 1945 wurden zahlreiche der rund 150 Baracken wegen Seuchengefahr abgebrannt und die restlichen bis 1948 als Internierungslager, danach bis 1952 als Justizlager genutzt. Das Gelände und die um neue ergänzten Baracken wurden bis 1960 auch als Übergangslager für männliche Flüchtlinge aus der DDR in Anspruch genommen. 1965 übernahm die Bundeswehr das Gelände, das nach dem Verkauf durch den Bund zum Gewerbegebiet umgewidmet wurde.

Die in Kubatur und Konstruktion erhalten gebliebenen Baracken aus der Anfangszeit wurden lediglich im Inneren verändert, durch Sanitäranlagen oder erneuerten Fußbodenoberflächen. Notsicherungen brachten die Gebäude über die Zeit. Seit 1982 engagieren sich Privatleute für die Einrichtung einer Gedenkstätte. Die daraus erwachsene „Stiftung Lager Sandbostel“ erwarb zu diesem Zweck 2005 neun Baracken, für deren Sicherung die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits vor acht Jahren 40.000 Euro zur Verfügung stellte.

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