Fördermittel für Burgruine Falkenstein in Pfronten

Burgruine Falkenstein in Pfronten. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

Pfronten (dsd/aw). Für die Sicherung der Burgruine Falkenstein, insbesondere der Mauerkronen, stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nicht zuletzt dank der Lotterie GlücksSpirale 16.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen Fördervertrag erhielten Denkmaleigentümer Barbara Schlachter-Ebert und Anton Schlachter in diesen Tagen. Burg Falkenstein wurde um 1280 auf einem steilen Bergkegel erbaut und 1646 auf Befehl der Tiroler Landesregierung zerstört, um nicht intakt an die anrückenden schwedisch-protestantischen Truppen ausgeliefert werden zu müssen. Die kleine Höhenburg wurde wahrscheinlich als Macht- und Herrschaftssymbol gegenüber dem Herzogtum Bayern errichtet. Sie war als Wehrbau und Verwaltungssitz nur bedingt geeignet, so dass bereits 1582 der im Winter nicht bewohnbare Amtssitz ins Tal verlegt wurde.

Die mittelalterliche Ruine bekrönt einen Felskegel mit Blick auf 13 Ortschaften der Gemeinde Pfronten. Die Außenwände des rechteckigen, 18,6 Meter mal 8,5 Meter messenden „Festen Hauses“ sind noch etwa acht Meter hoch erhalten. Die Mauern werden von einigen, meist halbrunden Fensteröffnungen unterbrochen. Die Ostwand stürzte 1889 nach einem Blitzschlag ein.

Das Mauerwerk wurde aus dem Kalkbruchstein des Berggipfels gefügt, der teilweise bereits bei der Planierung des Plateaus gewonnen werden konnte. Ursprünglich lag eine große über einen Hocheingang zugängliche Halle über einem Erd- und einem niedrigen Zwischengeschoss. Das darüber liegende Dachgeschoss enthielt wahrscheinlich die Wohnräume der Burg. Der ehemalige Bau- bzw. Wirtschaftshof lag auf dem Schlossanger westlich unterhalb der Burg, in dem sich heute ein Schlosshotel befindet.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel die Falkenstein an das Königreich Bayern, das die Burg bald darauf an die Stadt Pfronten veräußerte. Kurzzeitig verfolgte König Ludwig II. den Gedanken, Burg Falkenstein als Gegenstück zu Neuschwanstein unter Mitarbeit des Bühnenbildners Christian Jank zu rekonstruieren. Ludwigs Tod verhinderte die Ausführung. Ein Modell des Ludwigsschlosses steht heute in einem Ausstellungsraum bei der Burgruine. Ein weiteres Modell des Historien- und Architekturmalers Max Hauschild und des fürstlich Thurn- und Taxis´schen Oberbaurats Max Schulze aus Regensburg befindet sich im Museum von Schloss Herrenchiemsee.

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