Fördermittel für Burg Tannenberg in Nentershausen

Blick zur Burg Tannenberg. Foto: Metilsteiner/CC BY 3.0

Nentershausen (dsd/aw). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt weitere 40.000 Euro für die Restaurierung des Mauerwerks und der Gewölbe im Erbenstein der Burg Tannenberg in Nentershausen zur Verfügung. Die Denkmalstiftung unterstützt Wiederherstellungsmaßnahmen an der Burg seit 2007 mit bislang insgesamt 100.000 Euro.

Auf einer Bergnase südlich des Dorfes Nentershausen erbaute um 1349 Ludwig von Baumbach im Hinterland von Kassel unmittelbar an der thüringischen Grenze eine Burg auf langrechteckigem Grundriss mit schmalem Innenhof. Vermutlich lagerte insbesondere die Erfurter Kaufmannschaft Waren auf der Burg zwischen, die dem Schutz der Via regia diente. Die Anlage sicherten auf der östlichen Angriffseite ein Halsgraben, eine Ringmauer und ein Flankenturm. Der Zugang erfolgte westlich durch ein Portal mit Zuggatter, dessen Steinklammern noch erhalten sind. An der Südostseite des Hofes erhebt sich seit dem 14. Jahrhundert ein ursprünglich fünf- heute viergeschossiger Wohnturm.

An der Ostseite ist ein mehreckiger Kapellenerker mit fünfteiligem Rippengewölbe auf Wanddiensten erhalten. Im Westen grenzt die Ruine eines Gebäudes mit einem Portal aus dem Jahr 1543 an. Darunter befindet sich ein Keller mit Gratgewölben auf einer Mittelsäule. Neben der Ruine ist ein Bau von 1690 mit einer Fachwerkfront zur Hofseite erhalten. Um 1700 verließ die Familie von Baumbach die Burg, die in den Besitz der Landgrafen von Hessen überging, dann aber verfiel. 1903 kaufte ein Familienverband der von Baumbachs die Stammburg zurück und überließ sie 1984 im Rahmen eines Erbbauvertrages dem Verein der Freunde des Tannenberg zur Nutzung und zum Erhalt.

Unter den Gebäuden auf dem Gelände der Burganlage befindet sich der sogenannte Erbenstein, eine wehrhafte zweigeschossige, im Kern mittelalterliche Schutzscheune außerhalb der Burg mit einst vier Toren und zwei Kellergeschossen. Der Bau diente reisenden Erfurter Händlern als Schutzposten bei ihren Handelsreisen. Dokumente belegen, dass Verträge zwischen den Händlern und den Burgbesitzern über diesen Schutzposten bestanden und die Erfurter Geld zur Instandhaltung des Erbensteins aufbringen mussten.

Zunehmender Bewuchs an den Außenmauern führte zu starken Mauerwerksschäden, Steinzerfall und ausgewaschenen Verfugungen. Seit der Übernahme der Burg durch den Vereinsvorsitzenden Markus von Baumbach wird die Burg für Freizeitveranstaltungen rund um das Mittelalter genutzt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here