Fördermittel für Bad Langensalzaer Wohnhaus

Wohnhaus Neue Gasse 9 in Bad Langensalza. Foto: R. Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Bad Langensalza (dsd/aw). Für die Restaurierung der Süd- und Westfassade des denkmalgeschützten Wohnhauses Neue Gasse 9 in Bad Langensalza stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 20.000 Euro zur Verfügung. Der symbolische Vetrag wurde jetzt an Denkmaleigentümer Thomas Rurainsky von der RuSt GbR übergeben. Der Renaissance-Bau zählt zu den größten Bürgerhäusern der Stadt. Die Hofanlage, die aus Haupthaus, Torhaus und einem Seitenflügel südöstlich des Torhauses besteht, ist trotz späterer Eingriffe in der baulichen Gestalt des frühen 17. Jahrhunderts weitgehend erhalten. Das Langensalzaer Wohnhaus ist eines von 450 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

Das dreigeschossige Bürgerhaus mit mehrgeschossigen Kelleranlagen aus dem Jahr 1605 erhebt sich mitten in der Altstadt von Bad Langensalza über einem Travertinsockel. Die beiden Massivgeschosse sind mit Brüstungsgesimsen versehen, am Obergeschoss endet das Sohlgesims in Renaissancemanier mit einem Karnies, also einer Glockenleiste. Zwischen den Gesimsen befindet sich eine Renaissancekartusche mit einer repräsentativen Inschriftentafel, die einen Hinweis auf den Erbauer Johannes Stiefel enthält.

Darunter befinden sich zwischen zwei hochliegenden Okkuli, die aufwendig, ebenfalls mit Travertin, gerahmt sind, der Eingang. Das Korbbogenportal mit Profilierung und Segmentbogenabschluss stammt aus dem Jahr 1841. Wie bei der zeitgleich eingebauten Fenstergruppe rechts des Eingangs handelt es sich um verputztes Ziegelmauerwerk, das Renaissanceformen aufnimmt. In der zweiflügeligen Eingangstür sitzen klassizistische kassetierte Türblätter, deren Mittelfelder mit Pflanzendekor geschmückt sind.

Der Fachwerkoberstock erhebt sich über einer profilierten Schwellenzone, deren Balkenköpfe mit Kehlen und Wülsten beschnitzt sind. Die Fenster fassen hölzerne Rahmungen zusammen. An der Fassade lassen sich verblattete Diagonalstreben und die sogenannte „Thüringer Leiter“ ablesen, eine Anordnung von kleinen senkrechten Stielen im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern unter den Fensterbrüstungen. Das wie eine waagerecht angeordnete Leiter aussehende Schmuckelement ist typisch für Thüringen und dort sehr beliebt.

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