Flussbadeanstalt am Rehsumpf feiert große Einweihung

Badeanstalt am Rehsumpf in Dessau. Foto: Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Dessau (dsd/aw). Am Mittwoch, den 26. Juni 2019 feiert der Verein rehsumpf e.V. ab 16.00 Uhr die Einweihung des Badehauses von Hugo Junkers auf dem Vereinsgelände, Wasserstadt 20 in 06844 Dessau. Anlass ist die erfolgreich abgeschlossene Restaurierung der Badekabinen und des Vereinsheims der Flussbadeanstalt am Rehsumpf in Roßlau. Die Feierstunde beginnt mit dem Überflug einer Junkers F13 zum Gruß und der offiziellen Einweihung des Junkers-Badehauses durch Bernd Junkers. Es schließen sich Grußworte an und um 16.30 Uhr wird die Ausstellung “Mehr Licht, Luft, Sonne – Flussbadekultur in Dessau und am Rehsumpf” eröffnet, die im Anschluss auch geführt besichtigt werden kann. Für die musikalische Untermalung sorgt Marion Bertz am Akkordeon. Nach der Feier gibt es eine Kaffeetafel mit Waldmeisterbowle, einen Bratwurstgrill, Picknick und einer Menge Spiele für Kinder.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) förderte die Flussbadeanstalt am Rehsumpf in Dessau-Roßlau im vergangenen Jahr mit 55.000 Euro. Als eines der ältesten erhaltenen Beispiele der Badekultur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist der Rehsumpf eine bedeutende Anlage aus der Phase der Lebensreform und eine wichtige Inspirationsquelle für Bauhaus und klassische Moderne. Das Bad steht für eine Epoche, in der neben der Kleingartenkultur das Freiluftbaden zur propagierten Volkskultur einer gesunden und hygienischen Lebensführung gehörte.

Die Badeanstalt wurde von 1907 bis 1910 vom Dessauer Schwimmklub errichtet. Die heute erhaltenen, in zwei Reihen mit der Rückfront zueinander stehenden 197 Badezellen sind über einläufige Treppenanlagen und einen den Zellen vorgelagerten Gang erreichbar. Blick- und Mittelpunkt war der einzige Ziegelputzbau, der mit Putzdekor versehen ist. Zahlreiche kleine Schmuckdetails zeichnen die Gebäude aus, dazu gehören die Fenster- und Türrahmungen, die Öffnungen der Oberlichtfenster sowie die geschnitzten Dachstreben. Zwischen 1928 und 1930 erfolgte aus Gründen des Hochwasserschutzes eine Aufständerung der Gebäude mittels einer Beton-Eisenkonstruktion.

Da das Flussbaden in Dessau an Elbe und Mulde eine bedeutende Tradition hat und das Gelände am Rehsumpf zu den ältesten noch erhaltenen Flussbädern in Deutschland gehört, dokumentiert die Ausstellung „Mehr Licht, Luft, Sonne“ zahlreiche, von Dessauern eingesandte Bilder, Familienalben und Berichte. Auch das Wirken Hugo Junkers‘ für die Architektur, Bade- und Freiluftkultur am Rehsumpf wird durch historische Fotos sehr anschaulich. Eine Publikation zur Ausstellung bereitet die Erinnerungen, Bilder und Informationen auch zum Nachblättern anschaulich und informativ auf.

Dies ist eine Pressemitteilung, die der Redaktion zugeschickt wurde, und die wir zur Information unserer Leser*innen unredigiert übernehmen.

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