Flugplatz Großenhain: Weitere Shelter sollen weg

Shelter auf dem Flugplatz Großenhain. Foto: rottenplaces.de

Großenhain (aw). Im kommenden Jahr möchte der Freistaat Sachsen mit den Abbrucharbeiten auf dem Flugplatz Großenhain fortfahren. Dann sollen vier Shelter östlich der Betriebsfläche entfernt werden, in denen ein Unternehmen für Umweltdienste Paletten und ein Pferdehalter Stroh gelagert hat. Zu gegebener Zeit wird der Flugplatzbetreiber die Kündigungen aussprechen. Neben den oberflächlichen Arbeiten wird es auch unterhalb der Erde weitergehen. Seit vielen Jahren pumpte man Kerosin aus der Erde, da die Russen hier zu aktiven Zeiten ihre Haupttankstelle hatten. Seit 2000 wurde der Flugzeugtreibstoff in große Tanks gepumpt, die wenn sie voll waren, abgeholt wurden. Nach Angaben des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) nutzt ein Berliner Unternehmen den Kraftstoff als Brennstoff in der Asphaltherstellung. Auch die Pumpen, die seit Jahren liefen, wurden mit dem abgesaugten Kerosin „befeuert“. Das Land kassierte 15 Euro pro 1.000 Liter gefödertem Liter Kerosin. Ungefähr eine Million Liter sollten insgesamt im Erdreich über dem Grundwasser schlummern.

In den nächsten Jahren möchte man mit der Revitalisierung fortfahren. Eine Konversionsfläche dieser Art hätte einen guten Marktwert und könnte sicherlich gut veräußert werden, heißt es vom Land. Die auf dem Areal aktiven Entsorgungsfirmen haben jetzt die TU Dresden hinzugezogen. Denn unter dem vier Hektar großen Areal sind die wechselnden Sand- und Lehmschichten sowie deren Fließverhalten nur schwer zu durchschauen. Die hier aktiven Pumpen sind mit speziellen Sensoren bestückt, die wenn sie Wasser anstatt Kerosin ziehen, unverzüglich abschalten. Die Experten der TU Dresden beschäftigen sich mit der Zeit nach dem Abpumpen des Kraftstoffes. Vor Jahren hatte man Probebohrungen durchgeführt und die Stellen, an denen große Gefahren lauern, eingezeichnet. Denn die Kerosin-Seen drohen in Blasen aufzuschwimmen und in die Grundwasserschichten einzudringen.

Alte Triebstofftanks baute man entsprechend aus, die Ringleitung legte man still und reinigte sie. 2011 und 2013 waren große Bereiche des ehemaligen Tanklagers abgepumpt. Ein Unternehmen musste unter enormen Sicherheitsvorkehrungen über einen Drainagegraben Kerosinblasen zutage fördern. Teilweise wurde dafür das Grundwasser abgesenkt. Dese Maßnahmen kosteten bisher etwa zwölf Millionen Euro. Für die kommenden Arbeiten wird man den Boden wie auch schon bei Maßnahmen zuvor tauschen und das Erdreich vor Ort behandeln. Hierfür möchte man in diesem Monat ein Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz durchzuführen. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten 2018 beginnen können und 2021 abgeschlossen sein.

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