Flugplatz Falkenberg-Lönnewitz

Auf dem heutigen Sonderlandeplatz nahe Falkenberg/Elster befand sich von 1936 bis 1945 der Fliegerhorst der Luftwaffe der Wehrmacht Alt-Lönnewitz. Das Gelände, welches ungefähr vier Kilometer südlich von Falkenberg/Elster liegt, wurde schon in den 1920er Jahren als Zivilflugplatz genutzt. Mitte der 1930er Jahre wurde dieser zu einem Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. Am 1. Oktober 1936 übernahm eine Fliegerhorstkommandantur den Fliegerhorst. Damit begann der eigentliche Flugbetrieb. Im Norden des Fliegerhorstes befanden sich drei große und drei mittlere Flugzeughangars, sowie ein großer Reparaturhangar. Dahinter waren Wirtschafts- und Unterkunftsgebäude vorhanden. Schon ab 1936 war hier eine Flugschule der Luftwaffe für zweimotorige Flugzeuge untergebracht. Bis Juli 1944 wechselten sich verschieden Flugzeugführerschulen mit der Belegung des Platzes ab. Zeitweise diente er auch als Werkflugplatz für das in Brandenburg an der Havel ansässige Zweigwerk der Arado Flugzeugwerke. Als erste fliegende aktive Einheit war hier, ab Juni 1944, die III./KG 76 stationiert. Weitere Teile des Geschwaders, das mit der Arado Ar 234 flog, folgten im Juli 1944.

Von Juni 1944 bis Februar 1945 waren hier das Stab/KG 76 (Stab des Kampfgeschwaders 76), III./KG 76 und II./KG 76 stationiert, danach die Stab/FAGr. 3 (Stab der Fernaufklärungsgruppe 3), 2.(F)/Aufkl.Gr. 100 (2. Staffel der Fernaufklärungsgruppe 100), 4.(F)/Aufkl.Gr. 121, Aufkl.St. 4.(F) Nacht, 14./KG 55 (14. Staffel des Kampfgeschwaders 55), Staffel z.b.V. Reich, Sonderkommando Herzog (Schleppgruppe 1), 7./KG 53, das 3./JG 7 (3. Staffel des Jagdgeschwaders 7) und die Stab, 1./NAGr. 1. Am 24. April 1945 besetzte die Rote Armee das weitgehend intakte Gelände, lediglich die Startbahn war durch die abrückenden deutschen Truppen unbrauchbar gemacht worden.

Die Wiederaufbaumaßnahmen wurden unter Einbeziehung deutscher Betriebe und Hilfskräfte durchgeführt; die vorhandenen Flugzeughallen wurden weiterhin genutzt, teilweise noch bis 1992. Anschließend wurde der Platz ab 1947 durch verschiedene Jagd- und Schlachtfliegereinheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte belegt. Die nachfolgende Auflistung nennt die wichtigsten davon. Zwischenzeitliche Stationierungen anderer Einheiten fanden ebenfalls statt, darunter auch die Belegung durch polnische, tschechoslowakische und NVA-Jagdfliegereinheiten. Auch schwere Bomber vom Typ Tu-22K und Tu-22M nutzten den Platz.

Anfang der 1950er Jahre fand eine Erweiterung der Wohnsubstanz für die stationierten Soldaten statt, dazu kam 1955 die Befestigung von Betriebsflächen und der Bau einer Vorstartlinie und einer Ringrollbahn. 1958 wurde eine neue, dreigeschossige Flugleitung errichtet. 1960 wurden die Startbahn auf 2500 Meter verlängert und drei Dezentralisierungsräume angelegt. Von 1968 bis 1970 kamen die ersten geschlossenen Flugzeugdeckungen hinzu. Eine Sanierung der Flugbetriebsflächen fand 1986 statt und umfasste auch eine letztmalige Verlängerung der Startbahn auf 3000 Meter. Weitere, 1988 begonnene Baumaßnahmen wie das Errichten einer vierten Dezentralisierungszone und weiterer Flugzeugdeckungen, wurden nach den politischen Ereignissen 1989/90 gestoppt. Im Juni 1993 übergab die russische Administration den Flugplatz an die deutschen Behörden.

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen wurde von der Bundeswehr über eine Weiterverwendung nachgedacht, jedoch nicht verwirklicht. Stattdessen entstand ab Mitte der 1990er Jahre auf dem Areal das Gewerbe- und Industriegebiet Lönnewitz. Die Flugbetriebsflächen wurden in großem Umfang zurückgebaut, die ehemals 3000-Meter-Startbahn erheblich verkürzt. 1998 übernahm der Fliegerclub Falkenberg e.V. „Die Falken“ den Platz, der seit Juli 2000 als Sonderlandeplatz geführt wird.

Quellen: Wikipedia, eduf.info

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www.eduf.info

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Dokument erstellt am 23.02.2016
Letzte Änderung am 23.02.2016

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