Finanzielle Hilfe für umfassende Sanierung des Bahnhofs Nagold

Bahnhof Nagold, Gleisseite. Foto: Qwesy Qwesy/CC BY 3.0

Nagold (pm/aw). In der Innenstadt von Nagold (Landkreis Calw) ist es eines der prägenden Gebäude: Der historische Bahnhof, 1872 in Betrieb genommen und 2017 von der Deutschen Bahn aufgegeben, wird zu neuem Leben erweckt. „Zu verdanken ist dies den Investoren Reinhold und Heike Fleckenstein, die mit großem persönlichem Engagement und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege hier ein Baudenkmal für moderne, zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten umgestalten“, lobt Peter Rothemund, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Zur Unterstützung des umfangreichen Bauprojekts fördert die Denkmalstiftung die Arbeiten mit einem großzügigen Betrag. Die Mittel stammen aus der Lotterie GlücksSpirale und dienen dem Erhalt von Kulturdenkmalen im Land. „Hier wird ein zwar sanierungsbedürftiges, aber aussagekräftiges Dokument württembergischer Verkehrsgeschichte instandgesetzt“, freut sich Rothemund. „Deshalb unterstützt die Denkmalstiftung dieses Vorhaben gerne.“

Das langgestreckte Hauptgebäude besteht aus einem zweieinhalbgeschossigen Mitteltrakt und zwei anderthalbgeschossigen Seitenflügeln. Bis heute präsentiert sich der Bahnhof von außen in seiner ursprünglichen Gestaltung, wie ihn die Königlich Württembergischen Staatsbahnen einst im sogenannten Chalet-Stil gebaut haben: das Erdgeschoss aus massivem Buntsandstein, die Obergeschosse darüber in verschindelter Fachwerkbauweise.

145 Jahre lang wurde das Haus an der Nagoldtalbahn als Schalter- und Empfangsgebäude genutzt, bevor es die Deutsche Bahn aufgab. Jetzt soll im Erdgeschoss Gastronomie mit Außenterrasse unterkommen, die oberen Räume werden in drei Büroeinheiten aufgeteilt. Ein neuer Aufzug sorgt für barrierefreie Erschließung, gleichzeitig wird das denkmalgeschützte Treppenhaus mit seinen alten Holztreppen, verzierten Geländern und Türportalen vollständig instandgesetzt. Die Überarbeitung der Natursteinfassade stellt die beschäftigten Firmen ebenso vor Herausforderungen wie die Instandsetzung des Fachwerks und die Erneuerung der Schindelfassade in den Geschossen darüber. Rund 120.000 Holzschindeln müssen ersetzt werden, um das charakteristische Aussehen zu erhalten.

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