Feuerwehr fordert Abriss der Papierfabrik Hermes

Massive Zerstörungen durch Vandalen und Feuer schon in 2012.

Düsseldorf (aw). Unglaubliche 47 Brände wurden seit 2012 in der ehemaligen Papierfabrik Hermes an der Fringsstraße von Unbekannten gelegt, 26 im letzten Jahr und alleine vier in dieser Woche (wir berichteten mehrfach). Eine Statistik, die eine schallende Ohrfeige für Eigentümer, Behörden, Polizei und Wachschutz ist. Gestern musste die Feuerwehr erneut zur Industrieruine ausrücken, wieder hatten Unbekannte Unrat angezündet. Feuerwehrprecher Heinz Engels berichtet über den Unmut seiner Kameraden. Für diese ist, wenn es einen Alarm aus der Papierfabrik gibt, der Einsatz ein Horror. Denn dann ist gewiss, dass sich die Wehrleute durch enge, verqualmte Gänge tasten müssen, wo jeder Schritt der letzte sein könnte. Denn in der Ruine herrscht durch die Brände und den enormen Vandalismus an vielen Stellen Einsturzgefahr. Für Engels ist es nur eine Frage der Zeit, bis es hier Tote gibt.

Auch Eigentümer Markus Mertens ist sauer. Der hatte im Herbst mit seiner Rialto Capital das Grundstück samt Immobilie vom Insolvenzverwalter der Papierfabrik gekauft. Mertens sind aber bisher die Hände gebunden, da dieser auf den Vertrag mit den Neuss-Düsseldorfer-Häfen – die Erbpachtgeber sind – wartet. Erst dann könnten die nächsten Schritte folgen. Für Mertens aber ist auch klar, dass sich eine Sanierung des Komplexes lange erledigt hat. Durch die enormen Schäden, die alleine durch die Brände verursacht wurden, ist normalerweise nur noch ein Abbruch sinnvoll. Mertens hatte nach eigenen Angaben sorgar vor, die teilweise kunstvollen Graffitis, die seit der Stillegung der Paierfabrik hier illegal entstanden sind, bei einer Sanierung zu erhalten.

In den dunklen, weitläufigen Gängen können sich"Künstler" und Vandalen austoben.
In den dunklen, weitläufigen Gängen können sich“Künstler“ und Vandalen austoben.

Neben abenteuerlustigen Heranwachsenden, Graffitisprayern und Obdachlosen zieht die Papierfabrik auch Vandalen und Hobby-Fotografen an. Letztere ziehen mit ihren „Models“ durch die teilweise lebensgefährliche Ruine und fertigen ihre Bilder, die meistens jedoch nur in der Schublade verschwinden. Immer wieder kommt es zu illegalen Treffen ganzer Gruppierungen in der Nacht. Absperrungen, die vom Eigentümer immer wieder angebracht werden, sind schnell wieder entfernt oder zerstört. Die Polizei fährt Streife, kann jedoch selten jemanden auf dem weitläufigen Areal feststellen. Stichprobenartige Kontrollen eines Wachmanns brachten bisher auch nur wenig Erfolg. Jetzt will der Eigentümer sämtliche Zugänge mit Stahplatten verschließen lassen, um weitere Gefahren einzudämmen. Bis dahin ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei der Feuerwehr der nächste Alarm eingeht.

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