Ferienheim „Chrysopras“ wird abgerissen

Bad Blankenburg (aw). Ende April wird vom ehemaligen Hotel „Chrysopras“ und späteren FDGB-Heim „Magnus Poser“ am Eingang des Schwarzatals (Thüringen) nichts mehr übrig sein. Ein Abbruchunternehmen hat Anfang Februar mit dem Rückbau des Gebäudes begonnen, der Bagger knabbert sich aus Rücksicht vor Fledermäusen zaghaft von Süden Richtung Ferienheim. Der sich hinter dem Gebäude befindliche Stollen wird später verschlossen, lediglich die Ein- und Ausfluglöcher der Fledermäuse bleiben erhalten. Für den Abbruch verantwortlich ist die 50 Hertz GmbH, die die Arbeiten als Ausgleichsmaßnahme für die 380-kV-Leitung durch Thüringen ausführen lässt.

Um 1800 erbaute Bergrat Georg Friedrich Danz in Bad Blankenburg ein Zechenhaus mit dem Namen „Zeche Hannchen“. Hinter dem Haus arbeitete sich Danz in den Berg, errichtete Stollen, auf der Suche nach dem Edelstein „Chrysopras“. 1939 belegte eine Nachschubkompanie der Deutschen Wehrmacht das Gebäude, später waren hier Lazarett und ein Bürgerhospital untergebracht, auch das Quartier für eine in Berlin evakuierte Schule. Die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft „Wismut“ mietet 1947 das Gebäude und richtete eine Arbeiterunterkunft ein.

Zu DDR-Zeiten war die Glanzzeit des Gebäudes. Hier hatte das Kreiskrankenhaus eine Abteilung und der Freie Deutsche Gewerkschaftsbundbetrieb das FDGB-Heim „Magnus Poser“. Als in Bad Blankenburg die Zahl der Ferienplätze nicht ausreichte, bebaute man den Sportplatz des Kinderheims „Werner John“ mit einem Plattenbau und quartierte dort FDGB-Heimler. 1991 schloss man das Ferienheim. Gespräche zwischen dem FDGB, der Treuhand und der Stadtverwaltung zur raschen Verwertung scheiterten, da gewissen Eigentumsfragen nicht geklärt werden konnten.

2007 ging das Gebäude an ein Ehepaar aus Moskau, das große Pläne hatte. Passiert ist nichts. Auch nicht, als 2013 erneut der Besitzer wechselte. Für 1.000 Euro wurde das einstige Ferienheim verhökert.

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