Ferienheim Chrysopras

Um 1800 erbaute Bergrat Georg Friedrich Danz in Bad Blankenburg ein Zechenhaus mit dem Namen „Zeche Hannchen“. Hinter dem Haus arbeitete sich Danz in den Berg, errichtete Stollen, auf der Suche nach dem Edelstein „Chrysopras“. 1939 belegte eine Nachschubkompanie der Deutschen Wehrmacht das Gebäude, später waren hier Lazarett und ein Bürgerhospital untergebracht, auch das Quartier für eine in Berlin evakuierte Schule. Die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft „Wismut“ mietet 1947 das Gebäude und richtete eine Arbeiterunterkunft ein.

Zu DDR-Zeiten war die Glanzzeit des Gebäudes. Hier hatte das Kreiskrankenhaus eine Abteilung und der Freie Deutsche Gewerkschaftsbundbetrieb das FDGB-Heim „Magnus Poser“. Als in Bad Blankenburg die Zahl der Ferienplätze nicht ausreichte, bebaute man den Sportplatz des Kinderheims „Werner John“ mit einem Plattenbau und quartierte dort FDGB-Heimler. 1991 schloss man das Ferienheim. Gespräche zwischen dem FDGB, der Treuhand und der Stadtverwaltung zur raschen Verwertung scheiterten, da gewissen Eigentumsfragen nicht geklärt werden konnten.

2007 ging das Gebäude an ein Ehepaar aus Moskau, das große Pläne hatte. Passiert ist nichts. Auch nicht, als 2013 erneut der Besitzer wechselte. Für 1.000 Euro wurde das einstige Ferienheim verhökert. Die 50 Hertz GmbH ließ das Gebäude 2016 abreißen, als Ausgleichsmaßnahme für die 380-kV-Leitung durch Thüringen.

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Dokument erstellt am 19.08.2011
Letzte Änderung am 03.03.2016

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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