Farben- und Lackfabrik Leipzig wird zu Wohnraum

Visualisierung Theaterfabrik Leipzig. Foto: Instone Real Estate Leipzig

Essen/Leipzig (ire/aw). In Leipzig wandelt die Instone Real Estate ein prominentes Objekt mit langer Historie in attraktiven Wohnraum um. Es handelt sich hierbei um den ehemaligen VEB Farben- und Lackfabrik Leipzig (früher Lackfabrik Springer & Möller AG) in der Hans-Driesch-Straße 54. Insgesamt entstehen hier 75 Eigentumswohnungen und 54 Tiefgaragenstellplätze. Der erste Bauabschnitt wird plangemäß ab Mitte 2021 fertiggestellt sein. Der Vertrieb für das Projekt mit einem erwarteten Verkaufsvolumen von über 20 Millionen Euro ist nun gestartet.

Torsten Kracht, CSO der Instone Real Estate Group: „Die Theaterfabrik verbindet den Reiz eines geschichtsträchtigen Gebäudes unter Denkmalschutz mit einem modernen und zeitgemäßen Wohngefühl. Durch die spannende Architektur und unsere intelligenten Revitalisierungsmaßnahmen entsteht ein echtes Juwel am Leipziger Wohnungsmarkt, das sowohl für Kapitalanleger als auch Eigennutzer attraktiv ist.“ Als Highlight für die zukünftigen Bewohner wird die „Theaterfabrik“ einen hauseigenen Fitnessbereich und attraktive Grünflächen mit Ruhezonen anbieten.

Frühere VEB Farben- und Lackfabrik Leipzig

Der Ursprung des Kombinates Lacke und Farben ist die 1895 gegründete Lackfabrik Springer & Möller AG, die spätere Leipzig Lacke GmbH. Zu ihrer Blütezeit exportierte die Unternehmung ihre Produkte in die ganze Welt. Die Erfolgsgeschichte begann mit der Eröffnung eines kleinen Ladengeschäfts am Brühl. Ab 1899 begann die eigene Fabrikation dann in der Lohmühlgasse, später folgte durch die rasche Vergrößerung der Umzug nach Leutzsch. Haupterzeugnisse der Unternehmung waren chemische Buntfarben, Kunstharze, Öllacke sowie Druckfarben und Druckhilfsmittel, die überwiegend in Buchdruckereien und in der Werbebranche ihren Einsatz fanden.

Mit Ende des zweiten Weltkrieges übernahm die sowjetische Treuhandverwaltung 1945/46 den Betrieb und überführte diesen nach der Enteignung bis 1948 in Volkseigentum. Gleichzeitig wurde 1948 die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Lacke und Farben als übergeordnete Dienststelle gegründet. Kernstück war die Lackfabrik Leipzig, wo sich zu diesem Zeitpunkt die Hauptverwaltung befand. Das Kombinat Lacke und Farben galt ab 1979 in der DDR als Alleinhersteller von Lacken aller Art, Farben und Harzen.

Zur DDR-Zeit wurde der ehemalige VEB Farben- und Lackfabrik Leipzig in eine GmbH umgewandelt und von der Herberts GmbH, einem Produzenten von Autolacken, aufgekauft. Im Jahr 1997 endete die Erfolgsgeschichte des ehemaligen Leipziger Traditionsunternehmens mit seiner endgültigen Schließung. Die Räume der späteren Theaterfabrik waren einst das Kulturhaus des VEB Farben- und Lackfabrik Leipzig in der Franz-Flemming-Straße.

Charakteristisch für diesen Trakt ist der weithin sichtbare „Turm der Farbe“, der ursprünglich die Aufgabe eines Wasserturms wahrnahm, ein Art-deco-Denkmal mit auffälligem Anstrich. Ab etwa 2003 wurde das historische Gebäude (erneut) kulturell genutzt. In großen beleuchteten Lettern prangte der Schriftzug THEATER-FABRIK- SACHSEN über dem Eingangsportal. In zwei namhaften Theaterfachleuten hatte die Immobilie einen Käufer gefunden.

Mit viel Enthusiasmus und aus eigener Kraft heraus entstanden neben einer Theaterfachschule auch ein Off-Theater sowie drei Theater- und Konzertbühnen. Bei Kulturfreunden hatte sich das Haus vor allem wegen seiner abwechslungsreichen Kabarett- und Konzertdarbietungen einen Namen gemacht. Seit Sommer 2015 fanden jedoch keine Aufführungen mehr statt.

Danach stand das Objekt bis zum erneuten Verkauf unter Zwangsverwaltung und vollständig leer. Mehr Informationen unter www.instone.de/projekte/theaterfabrik-leipzig

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