Erneute Arbeiten an der Ringerkolonnade werden gefördert

Ringerkolonnaden in Potsdam. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gerber

Potsdam (dsd/aw). Nachdem bereits die ersten Arbeiten an der Ringerkolonnade in Potsdam mit Hilfe der selbständigen Jürg und Elisabeth Schacher-Stiftung und der treuhänderischen Pietschker-Neese-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) durchgeführt wurden, stellen die beiden Stiftungen erneut 95.000 Euro für weitere Arbeiten zur Restaurierung und Rückführung des Skulpturenschmuckes an dem berühmten historischen Baudenkmal zur Verfügung. Die ehemalige Ringerkolonnade zwischen Stadtschloss und Marstall ließ Friedrich der Große von 1744 bis 1746 errichten. Der König wollte damit den von seinem Vater Friedrich Wilhelm I. zum Exerzierplatz umgewandelten Lustgarten aufwerten und die Raumgrenze repräsentativ abschließen. Der beauftragte Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ließ die Kolonnade in korinthischer Ordnung herstellen und repräsentativ mit Putten, Vasen und mit den berühmten Ringern schmücken.

Die bildhauerisch in einer hohen Qualität hergestellten Kämpfer bekamen im öffentlichen Raum einen außerordentlichen Standort, so dass man auch sagen könnte, die Kolonnade war Kulisse, Rahmung und Bühne für berühmte Bildhauerwerke. Licht oder Gegenlicht verschaffen den Skulpturengruppen zusätzlich einen außergewöhnlichen Effekt.

Mit der Ringerkolonnade führte Knobelsdorff die höhengleiche nördliche Begrenzung des Lustgartens durch den Marstall bis zum Schloss fort. Dabei sollte die Begrenzung nicht abweisend und unüberwindlich wirken, sondern transparent sein. Knobelsdorff positionierte die Kolonnade so an den äußeren Rand des Lustgartens, dass spannungsreiche Sichtachsen und Durchblicke in den Stadtraum zu den repräsentativen, das Schloss umgebenden Bürgerhäusern möglich wurden. Durch die Blickachsen und Sichtbeziehungen an der Grenze zwischen königlichem Schlossbezirk und bürgerlicher Residenzstadt entstand eine gestalterische Einheit zwischen den beiden unterschiedlichen Stadträumen. Friedrich der Große führte seit Beginn seiner Herrschaft 1740 die bürgerliche Stadt und den zentralen Stadtschlossbezirk gezielt zu einer repräsentativen Residenzstadt zusammen.

Die Ringerkolonnade wurde mit dem Schloss abgerissen und an einen ahistorischen Ort versetzt. Mit dem „Wiederaufbau“ des Stadtschlosses wurde bereits ein Teil der Kolonnade am historischen Standort wiederaufgebaut. Die berühmten Bildhauerwerke der Kolonnade, die vier Ringerpaare und die Putten und Vasen warteten jedoch bislang bei einer Fachfirma für Denkmalpflege in Potsdam-Babelsberg auf ihre „Auferstehung“.

Spenden und Zustiftungen sind in jeder Höhe möglich:
DSD-Pietschker-Neese-Stiftung
IBAN: DE64 3708 0040 0264 8180 10
DRESDEFF370

Die Jürg und Elisabeth Schacher-Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung mit Sitz in Berlin und in der Geschäftsbesorgung bei der Commerzbank. Die Schacher-Stiftung fördert Kultur und Denkmalschutz vorwiegend in Deutschland, aber auch in den östlichen Nachbarländern Deutschlands. Ihre Förderarbeit zugunsten Denkmalen in Deutschland gestaltet sie gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Die Pietschker-Neese-Stiftung ist eine von über 240 Stiftungen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch unter ihr Dach aufgenommen hat. Die auf Dauer angelegte Unterstützung der Treuhandstiftungen hat sich in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen zu einem wichtigen Förderinstrument entwickelt, das nicht mehr aus der deutschen Denkmal-landschaft wegzudenken ist. In Potsdam hat allein die Pietschker-Neese-Stiftung seit 2001 rund 1 Million Euro für Restaurierungsmaßnahmen insbesondere an den Baudenkmalen auf dem Potsdamer Telegrafenberg zur Verfügung gestellt.

Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte bislang aus Spenden, den Erträgen ihrer treuhänderischen Stiftungen sowie Geldauflagen, Nachlässen und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale über eine halbe Milliarde Euro für weit über 5.000 bedrohte Baudenkmale in ganz Deutschland zur Verfügung stellen. Allein in Brandenburg konnte sie über 650 Projekte fördern, in Potsdam über 50 Denkmale. Die Arbeit der DSD in Potsdam unterstützt ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Ines C. Koch.

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