Erhaltungsmaßnahmen auf Wirtschaftshof von Schloss Broock

Schloss Broock in der Gemeinde Alt Tellin 2016. Foto: Chron-Paul/CC BY-SA 4.0

Broock/Alt Tellin (dsd/aw). Auf dem Wirtschaftshof von Schloss Broock im gleichnamigen Ortsteil Broock der Gemeinde Alt Tellin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) fand der feierliche Baustart für die anstehenden Erhaltungsmaßnahmen des Anwesens mit Gruß- und Dankesworten statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte dabei für Notsicherungsmaßnahmen am einsturz-gefährdeten Hauptgebäude des Schlosses 20.000 Euro bereit. Das ungewöhnlich groß dimensionierte, zweieinhalb-geschossige Herrenhaus mit Walmdach und umlaufenden Zinnenkranz schmücken schlanke fialartige Backsteintürmchen am dreigeschossigen Mittelrisalit und an den Gebäudeecken.

Errichten ließ sich das Haupthaus in „holländischem Stil“ 1770 der preußische Generalmajor Christian Bogislaw von Linden. Dessen Großvater gleichen Namens, ein Stettiner Getreidegroßhändler, war Anfang des 18. Jahrhunderts mit den Broocker Gütern belehnt worden. Seit 1810 gab es in Broock ein Gestüt. Dieses Gestüt führte die Familie von Seckendorff, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Besitz Broocks kam, erfolgreich weiter. Sie veranstaltete in Broock fortan eine der traditionsreichsten Parforcejagden Vorpommerns. Hans von Seckendorff ließ auch das Herrenhaus zwischen 1840 und 1850 nach Entwürfen des Berliner Architekten Friedrich August Stüler im neogotischen Stil umbauen. Gleichzeitig ließ er sich von Peter Joseph Lenné einen englischen Landschaftspark entwerfen.

Pferdekopf am Marstall. Foto: Thomas Böhme/CC BY-SA 3.0

Zum Ensemble des Wirtschaftsgutes gehören weitere sechs erhaltene Gebäude, darunter ein Marstall mit Reithalle. Der Marstall ist nach dem Haupthaus der repräsentativste Bau des Hofensembles. Das Herrenhaus wurde nach 1945 geplündert und nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingsunterkunft, später zu Wohnzwecken genutzt. Nach 1980 stand das Gebäude leer und wurde um 1990 größtenteils entkernt. Das Dach stürzte 1999 im Bereich des Mittelrisalits ein. 2017 erwarb der jetzige Eigentümer die Anlage.

Nachdem die DSD zunächst die einsturzgefährdete Fassade des Marstalls unterstützen sollte, wurde die Notsicherung am Haupthaus vorrangig aufgrund akuter Einsturzgefahr im Bereich des dachlosen Mittelrisalits.

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