Entwicklung für Kindersanatorium „Helmut Just“ gewünscht

Kindersanatorium „Helmut Just“ auf antiker Ansichtskarte. Foto: Regionalmuseum im Schloss zu Bad Frankenhausen.

Bad Frankenhausen (aw). Die Stadt Bad Frankenhausen (Kyffhäuserkreis) hat der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen den Auftrag gegeben, ein „Konzept zur touristischen Entwicklung des ehemaligen Kindersanatoriums ‚Helmut Just‘ und angrenzender Flächen“ zu erstellen. Das sei in Absprache mit dem Eigentümer, den BFB-Studios, erfolgt. Bad Frankenhausen übernimmt dafür die Kosten von rund 10.000 Euro.

Seit 1992 ist das einstige Sanatorium geschlossen. Mehrere Versteigerungsversuche scheiterten, dann schlugen die BFB-Studios zu und erwarben den Komplex. Hierbei handelt es sich um ein etwa 18.000 Quadratmeter großes Areal mit denkmalgeschütztem Hauptgebäude. Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, kam es nie zu eigenen Planungen, das Grundstück mit den markanten Gebäuden wurde vom Eigentümer für etwa 250.000 Euro (Verhandlungsbasis) angeboten. Ein Interessent fand sich nicht.

Die Stadt Bad Frankenhausen hat das Areal im Flächennutzungsplan als Sondergebiet Erholung ausgeschrieben. Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) sagte gegenüber der Zeitung, dass man eine Lösung fernab einer Wohnbebauung oder Seniorenheim wünsche. Ferner könnte man sich eine Ferienhaus-Siedlung für Familien vorstellen. Die LEG soll nun in Absprache mit den BFB-Studios besagtes Konzept erstellen. Liegt ein Konzept vor, wissen alle Beteiligten, was realisierbar ist und was nicht. Seitens der Stadt wünscht man sich einen Investor, der den Neubau finanziert und die Kur- und Tourismus GmbH Bad Frankenhausen die Ferienhaussiedlung betreibt.

Der Zustand des ehemaligen Kindersanatoriums „Helmut Just“ befindet sich nach Angaben des Eigentümers in einem guten Zustand. Über die Jahre sind hohe Kosten für die Erhaltung angefallen. Welcher Investor auch immer sich für die Immobilie samt Grundstück interessiert, er muss viel Geld in die Hand nehmen.

Helmut Just

Helmut Just (* 2. Juli 1933 in Berlin; † 30. Dezember 1952 ebenda) war ein Angehöriger der Deutschen Grenzpolizei (DGP) der DDR, der an der Sektorengrenze zu West-Berlin erschossen wurde. Am 5. Januar 1953 fand die Trauerfeier für Helmut Just in Form eines Staatsaktes statt. Postum erhielt er das Ehrenzeichen der Deutschen Volkspolizei. Nach der Aufbahrung auf dem Platz der Akademie fuhr der Leichenwagen zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde, wo Just nahe der Grabanlage Pergolenweg der Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt wurde. An der Trauerveranstaltung nahmen etwa einhunderttausend Menschen teil.

Der Ost-Berliner Teil der Behmstraße wurde von 1960 bis 1993 nach Just benannt. Auch zahlreiche Straßen in anderen Städten erhielten seinen Namen. Im Gegensatz zu den nach Helmut Just benannten Institutionen wie Schulen, Wirtschaftsbetrieben, Sportstätten und Freizeiteinrichtungen blieben die Straßen von den zahlreichen Namensänderungen nach dem Ende der DDR zumeist verschont. Helmut Just wurde auf einem Denkmal und einem Gedenkstein in Berlin erwähnt, die alle nicht mehr existieren. Die Gedenktafel in der Behmstraße verschwand spurlos im Jahre 2001. Der mehrere Jahre versetzt gewesene Grabstein wurde im Frühjahr 2008 an seinen Standort zurückgebracht und markiert wieder das tatsächliche Grab Helmut Justs.

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