Elisabeth Sanatorium

Das einstige „Elisabeth-Sanatorium“ konnte inzwischen hundertjähriges Bestehen feiern. Die Baulichkeiten auf dem weiten Waldgelände waren zwischen 1912 und 1914 für den Arzt Walter Freimuth und dessen Ehefrau Elisabeth errichtet worden und dienten als Lungenklinik. Zuletzt war in dem staatlichen Gebäude eine Hautklinik eingerichtet, doch seit 1994 steht das Haus leer. Vor zehn Jahren wurde das Anwesen der jüdischen Familie zurückgegeben, heute gehört es der in den USA lebenden Ursula Freimuth.

Die Freimuths mussten als jüdisches Ehepaar nach Machtantritt des NS-Regimes aus Deutschland fliehen. Die Heilbehandlung von Lungenkranken ging weiter, bis das bauliche Ensemble 1952 eine neue Zweckbestimmung bekam. Aus diesem wurde die Heilstätte für Haut- und Lymphdrüsentuberkulose – die einzige Einrichtung dieser Art in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). 1967 schließlich begann die Umgestaltung zu einer Hautklinik des damaligen Bezirkskrankenhauses. 25 Schwestern und ein Dutzend Ärzte sorgten sich um die Patienten, für die im Hauptgebäude bis zu 90 Betten zur Verfügung standen. Die Nebengebäude dienten als Wirtschaftshaus und als Unterkunft für Mitarbeiter. In den 80er Jahren ist noch einmal modernisiert worden, aber dann kam bald das Aus. 1994 zog die Hautklinik in das Stammhaus des Klinikums „Ernst von Bergmann“.

Das Elisabeth-Sanatorium steht nach dem Bau einer Umgehungsstraße auf einer Verkehrsinsel. Bis zu 17 Meter reichen die Baumaßnahmen vor das Gebäude. Seit 2005 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, ein Investor ist nicht in Sicht. Laut Denkmalschutz besteht für das Gebäude eine „Unterhaltungspflicht im Rahmen des Zumutbaren“. Auch der dazu gehörende Park steht unter Schutz – doch dieser wird von den Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen.

Quelle: Wikipedia, PNN

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Dokument erstellt am 24.05.2013
Letzte Änderung am 03.07.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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