Eisenbahnmuseum Dresden-Altstadt

Das Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt ist ein ehemaliges Bahnbetriebswerk in Dresden. Heute bestehen nur noch wenige Teile der ursprünglichen Anlagen. Dort befindet sich heute das Eisenbahnmuseum Dresden-Altstadt. Das Bahnbetriebswerk (Bw) befand sich im Dresdner Stadtteil Südvorstadt an dessen Grenze zu Löbtau. Es lag an der Bahnstrecke Dresden–Werdau, die direkt westlich vorbeiführt. Nach Norden begrenzte die Nossener Brücke, nach Osten die Zwickauer Straße und nach Süden die Würzburger Straße das Werk. Das Eisenbahnmuseum nutzt die verbliebenen, am weitesten nördlich gelegenen Anlagen direkt an der Nossener Brücke. Mit dem Verkehrsmuseum Dresden, dem Straßenbahnmuseum Dresden und dem Museum zur Geschichte der Windbergbahn gibt es noch drei weitere Dresdner Museen über schienengebundene Verkehrsmittel.

Ein wesentlicher Teil der Eisenbahnsammlung des Dresdner Verkehrsmuseums befindet sich seit den 1970er Jahren auf dem Altstädter Betriebsgelände. Seit 1977 beheimatet das ehemalige Heizhaus 1 die betriebsfähigen Traditionslokomotiven. Im Jahre 1999 gründete sich mit dem Verein „IG Bw Dresden-Altstadt e. V.“ eine Interessengemeinschaft für den Erhalt des Standorts. Zwei Jahre später entschied das DB-Museum Nürnberg, im Bw Dresden-Altstadt neben dem Schaudepot des Verkehrsmuseums Dresden ein weiteres Museum einzurichten, das am 18. Mai 2002 eröffnet wurde. Wenige Monate später wurde das Museumsgelände im Zusammenhang mit dem Elbhochwasser 2002 durch die Weißeritz überflutet, da es in einer früher auch durch den Weißeritzmühlgraben genutzten Senke liegt.

Schon 2005 zog sich das DB-Museum jedoch wieder zurück und überließ den Standort dem Verein. Im selben Jahr erfolgte der Abriss von Teilen des Bahnbetriebswerks, um Platz für eine moderne Wartungshalle der DB Regio zu schaffen, die 2007 fertiggestellt wurde. Dies bedeutete jedoch auch das vorläufige Ende der zwischen 1991 und 2004 durchgeführten Dampflokfeste. Seit 2006 trägt das Museum den Namen „Eisenbahnmuseum Bw Dresden-Altstadt“. Sein Trägerverein führte seither umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt der historischen Anlagen und Fahrzeuge durch.

Heute zählen zum eigentlichen Bestand des Eisenbahnmuseums Dresden-Altstadt folgende Dampflokomotiven: Die 01 137, die 03 001, die 19 017, die 62 015 sowie die 89 6009. Sie sind Leihgaben der Verkehrsmuseen in Dresden und Nürnberg. Auch eine Dampfspeicherlokomotive, die Rangier-Diesellokomotive 102 188 und die Elektrolokomotive E 77 10 sind Teil der Sammlung. Darüber hinaus gehören unter anderem ein Akkuschleppfahrzeug, zwei Schienendrehkräne und ein fest installierter Ruge-Kran zum Museum. Zusammen mit weiteren Lokomotiven, die im benachbarten Depot des Verkehrsmuseums Dresden abgestellt sind, betreut der Trägerverein des Eisenbahnmuseums mehr als zehn Dampf-, etwa fünf Diesellokomotiven sowie mehrere Trieb- und Arbeitswagen.

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Dokument erstellt am 08.06.2016
Letzte Änderung am 08.06.2016

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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