Eigentümer möchte marodes Kreispflegeheim sanieren

Ehemaliges Kreispflegeheim. Foto: rottenplaces Archivfoto.
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Freital (aw). Rund 30 Jahre verfielen die Gebäude des ehemaligen Kreispflegeheims in Freital-Saalhausen. Die Bauten mit ihrer ansprechenden Architektur wurden 1882 als „Korrektionsanstalt für Arbeitsscheue“ errichtet und hatten eine bewegende Geschichte. Während des Leerstandes sollten hier mehrere Projekte realisiert werden, doch nichts passierte. Wie die „Sächsische Zeitung“ berichtet, möchte der Eigentümer 2020 mit der Sanierung der Gebäude beginnen und hier neues Leben einziehen lassen. Der Rechtsanwalt sei bereits mit Investoren, Behörden und möglichen Hausbetreibern im Gespräch, so die Zeitung.

In den 1990er Jahren wurden die Türen des Kreispflegeheims für immer geschlossen. Die letzten Bewohner hatte man zuvor in ein nahe gelegenes Heim umziehen lassen. Dann kauft ein Unternehmer die Substanz, will hier sanieren und ein neues Pflegeheim eröffnen. Der Kaufvertrag mit dem Landkreis kommt jedoch die zustande, weil die Bauarbeiten nie begonnen werden. Ein anderer Investor hat ähnliche Pläne, aber die Geschichte wiederholt sich erneut. 2001 wechseln die Gebäude wieder den Besitzer. Dieser lässt Sozialgebäude, die Kegelbahn und die Gärtnerei abreißen, kann sich hier Neubauten vorstellen. Es geschieht jedoch nichts.

2010 wird das ehemalige Kreispflegeheim an einen Arzt aus Dresden verkauft. Dieser will hier eine neuropsychiatrische Klinik einrichten, gründet dafür extra eine Krankenhausentwicklungsgesellschaft. Aber auch diese Pläne scheitern. 2015 hat das Areal hoffentlich zum letzten Mal einen neuen Eigner bekommen. Anfangs möchte der Rechtsanwalt hier eine wohnungswirtschaftliche Lösung schaffen, gegenüber der „Sächsische Zeitung“ berichtet dieser jetzt jedoch von seinen aktuellen Plänen.

Seitens der Stadt Freital, aber auch von den Freitalern selbst, begrüßt man die Pläne des Eigentümers. Eine Sanierung der Substanz wäre nicht nur ein lobenswerter und sinnvoller Schritt, es wäre auch förderlich für die Stadt und die Region. Zuerst einmal soll das Grundstück begangen werden, um den Sicherungsbedarf zu prüfen. In der Vergangenheit hatten Nachbarn immer wieder Kinder auf dem doch teilweise gefährlichen Gelände beobachtet, die hier spielten.

Einen Abbruch der Gebäude wird es nach Angaben des Eigentümers nicht geben. Genutzt werden soll der Komplex wieder medizinisch. Genauere Pläne sollen im Laufe dieses Jahres bekannt gegeben werden.

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