Ehemalige Heilanstalten Hohenlychen werden weiter saniert

Heilanstalten Hohenlychen. Foto: rottenplaces Archivfoto

Lychen (aw). Die Geschichte der Hohenlycher Heilstätten begann 1902, als der Berliner Geheimrat und Arzt Gotthold Pannwitz am Zenssee die ersten Baracken für Tuberkulosekranke aufbauen ließ und aus Hohenlychen ein Mekka für Schwindsüchtige machte. Hohenlychen versprach in den 20er und 30er Jahren Genesung, Entspannung und erstklassige medizinische Betreuung. Rudolf Hess und Albert Speer nahmen sich hier zur Zeit des Nationalsozialismus „Auszeiten zum Krafttanken“. Deutsche Sportler bereiteten sich im Reichssportsanatorium auf die Olympischen Spiele 1936 vor. Ärzte des Sanatoriums unternahmen abscheuliche Versuche an Kindern und Frauen in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Neuengamme. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel das ehemalige Sanatorium in die Bedeutungslosigkeit. Für fünf Jahrzehnte blieb Hohenlychen sowjetisches Lazarett, Deutsche hatten hier keinen Zutritt.

Im August 1993 verließ das letzte sowjetische Kommando die Heilanstalten und beendete die sowjetische Besatzungsära. Heute liegen die Heilanstalten als baufällige Anlagen in Hohenlychen – architektonisch hochinteressant, mystisch und auch etwas unheimlich. Einige ehemalige Ärztevillen wurden im Rahmen des Konzeptes „Parkresidenz Lychen“ saniert und dienen als Wohnhäuser. Das ehemalige Sanatorium beherbergt heute 44 barrierefreie Mietwohnungen, fast alle bereits bezogen. Aus dem Haus des ärztlichen Direktors und dem Operationszentrum wurden zehn Ferienwohnungen plus Bistro. Das Verwaltungsgebäude der Heilstätten ist Sitz der Parkresidenz-Verwaltung. 40 Prozent der Bausubstanz sind saniert und in neuer Nutzung. Der Rest soll nun auch entwickelt werden.

Vor gut einem Jahr verstarb der Dresdner Investor und Bauingenieur, der 2009 das Areal erworben und die bisherigen Pläne realisiert hatte. Seine Tochter möchte die Pläne nun vollenden und hat das Erbe des Vaters angetreten. Ungefähr sechs Millionen Euro sind nach eigenen Angaben bisher in die Sanierung geflossen, mindestens die gleiche Summe werde noch benötigt. Der Ausbau ist laut Brandenburger Landesamt für Denkmalpflege eine erfreuliche Entwicklung und erfolgt in Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Sieben Ferienwohnungen und eine Saunalandschaft sollen 2021 in der alten Wäscherei entstehen. 15 weitere Mietquartiere sind in Planung. Für drei Villen am Seeufer will sich die Erbin Partner suchen, die daraus eine Kur- oder Pflegeeinrichtung formen könnten.