Ehemalige Freiherr-von-Fritsch-Kaserne wird abgerissen

Freiherr-von-Fritsch-Kaserne - hier noch mit Baumbestand. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Bothfeld (aw). Auf dem rund 27.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Freiherr-von-Fritsch-Kaserne an der General-Wever-Straße wird ab August buntes Treiben herrschen. Die Zeichen stehen klar auf Rückbau. Bisher wurden für die geplante „Gartenstadt Nord“ etwa 1.000 Bäume gerodet, um Platz für die Bagger und Maschinen zu machen, die eines der größten Wohnungsbau-Projekte Hannovers vorbereiten sollen (wir berichteten). Frühere Pläne, die rund 40 Gebäude zu erhalten, scheiterten an der Unwirtschaftlichkeit. Dies teilte die Projektleiterin Andrea Gremmer von der Niedersächschischen Landesgesellschaft (NLG) mit.

Nach diversen Bränden, massivem Vandalismus und der Entwicklung des Geländes zum illegalen Abenteuerspielplatz für Kinder und Jugendliche ist dieser Schritt unausweichlich, um schlimmeres zu verhindern. Zuletzt sorgte Mitte Juni dieses Jahres ein Dachstuhlbrand eines Gebäudes auf dem Areal für einen massiven Einsatz der Feuerwehr. Wie sich kurz danach herausstellte, stellten Brandursachenermittler eine menschliche Brandlegung fest. Im Klartext heißt dies, dass wieder einmal eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandlegung als Ursache für das Feuer ermittelt wurde.

Auf dem Areal waren bis 2001 Bundeswehrsoldaten stationiert, nach deren Auszug diente das über die Jahre verwilderte Gelände als Trainingsplatz für Polizeieinheiten und anderen Einsatzkräften. Alleine der Rückbau der Gebäude und der Austausch des belasteten Bodens (munitionsverseucht) soll nach Angaben der NLG geschätzt 18 Millionen Euro kosten. Ist diese Summe gestemmt und sind alle Arbeiten ausgeführt, sollen hier 775 Wohnungen entstehen – der Bebauungsplan dafür soll bis Mitte 2020 vorliegen, 2022 sollen die ersten Wohnungen fertig sein. 2025 könnte der Bezug erfolgen.

Insgesamt plant die NLG mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro. Zukünftig werden auf dem früheren Kasernenareal Einzel-, Reihen und Doppelhäuser sowie Geschossbauten für etwa 1.500 Menschen entstehen, 30 Prozent der Wohnungen werden für Menschen mit geringen Einkommen reserviert. Die Bebauung soll im Kampf gegen die Wohnungsnot einen wichtigen Beitrag leisten.

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