Edelmetall für das Haus Neue Gasse

Bad Langensalza (dsd/aw). Mit insgesamt 44.000 Euro unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in den beiden vergangenen Jahren die Restaurierung des denkmalgeschützten Wohnhauses Neue Gasse 9 in Bad Langensalza. Jetzt überbrachte Hans-Ulrich Pohlmann, Ortskurator Mühlhausen der DSD, eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ an Denkmaleigentümer Thomas Rurainsky von der RuSt GbR. Die Plakette soll nach Abschluss gelungener Sanierungsmaßnahmen die Unterstützung der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto in Erinnerung halten und zu weiterem Engagement ermuntern.

Der Renaissance-Bau in der Neuen Gasse zählt zu den größten Bürgerhäusern der Stadt. Die Hofanlage, bestehend aus Haupthaus, Torhaus und einem Seitenflügel südöstlich des Torhauses, ist trotz späterer Eingriffe in der baulichen Gestalt des frühen 17. Jahrhunderts weitgehend erhalten. Das dreigeschossige Bürgerhaus mit mehrgeschossigen Kelleranlagen erhebt sich über einem Travertinsockel. Die beiden Massivgeschosse sind mit Brüstungsgesimsen versehen, am Obergeschoss endet das Sohlgesims in Renaissancemanier mit einem Karnies, also einer Glockenleiste. Zwischen den Gesimsen befindet sich eine Renaissancekartusche mit einer repräsentativen Inschriftentafel, die einen Hinweis auf den Erbauer Johannes Stiefel enthält.

Darunter befindet sich zwischen zwei hochliegenden Okkuli der Eingang. Das Korbbogenportal mit Profilierung und Segmentbogenabschluss stammt aus dem Jahr 1841. Wie bei der zeitgleich eingebauten Fenstergruppe rechts des Eingangs handelt es sich um verputztes Ziegelmauerwerk, das Renaissanceformen aufnimmt. In der zweiflügeligen Eingangstür sitzen klassizistische kassettierte Türblätter, deren Mittelfelder mit Pflanzendekor geschmückt sind. Der Fachwerkoberstock erhebt sich über einer profilierten Schwellenzone, deren Balkenköpfe mit Kehlen und Wülsten beschnitzt sind. An der Fassade lassen sich verblattete Diagonalstreben und die sogenannte „Thüringer Leiter“ ablesen, eine Anordnung von kleinen senkrechten Stielen im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern unter den Fensterbrüstungen. Das wie eine waagerecht angeordnete Leiter aussehende Schmuckelement ist typisch für Thüringen und dort sehr beliebt.

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