Dritter Teil von „Vergessen im Harz“ feiert in Ballenstedt Premiere

NAPOLA, ehemaliger Hörsaal (2018). Foto: Enno Seifried

Ballenstedt/Leipzig (aw). Im Rahmen der Filmpremiere zum Dokumentarfilm „Vergessen im Harz II“, die 2016 realisiert wurde, versprach der Leipziger Filmemacher und Regisseur Enno Seifried einen dritten Teil. Fans und Unterstützer der Filmreihe mussten sich jedoch zwei Jahre gedulden. „Ein dritter Teil war ja eigentlich nicht geplant. Nach dem euphorischen Applaus nach der Premierenvorführung des zweiten Teils sprudelte es so aus mir heraus“, sagt Seifried gegenüber rottenplaces.de. „Auch mein Filmteam wusste bis dahin nichts davon. Auf jeden Fall hatten wir keinen Vorlauf. Sonst hatten wir schon immer etwas vorgearbeitet, wenn wir wussten, dass es eine Fortsetzung geben soll. Somit brauchten wir einfach mehr Zeit.“

Premiere an einem historischen Ort

In diesem Jahr findet die Premiere zu „Vergessen im Harz III“ an einem ganz besonderen, geschichtsträchtigen Ort im Harz statt. Neben den Premieren-Stationen in der Baumannshöhle (Elbingerode) und im Hotel Zehnpfund (Thale) öffnet sich der Crowd – die das Filmprojekt und die Premiere finanziert hat, die ehemalige Nationalpolitische Lehranstalt (NAPOLA) in Ballenstedt. In dem Gebäudekomplex auf dem Großen Ziegenberg waren zwei politische Systeme untergebracht. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde hier die Hitler-„Elite“ herangezüchtet, zu DDR-Zeiten nutzte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die Immobilie als Bezirksparteischule.

Derzeit steht das Baudenkmal zum größten Teil leer und das Filmteam möchte den alten Festsaal dieses historisch bedeutenden Gebäudekomplexes für ein Wochenende wieder mit Leben füllen und hier mit den Unterstützern eine fulminante Filmpremiere von „Vergessen im Harz III“ zelebrieren. Los geht es am Freitag, 25. Mai, um 20 Uhr mit der Filmpremiere und anschließender Premierenfeier. Samstag (26. Mai) wird der Film um 20 Uhr erneut aufgeführt. Am Sonntag (27. Mai) gibt es gleich zwei Vorstellungen – eine um 14.30 Uhr (Zusatzvorstellung) und dann eine Weitere um 18 Uhr. „Es ist die größte Veranstaltung, die wir bisher geplant haben und auch das gestaltet sich nicht alles ganz einfach“, sagt Seifried, verspricht den Zuschauern aber eine wunderbare Premiere.

Schon während der Dreharbeiten zum ersten Teil der Harz-Trilogie hatte Seifried sich eine Premiere in der einstigen NAPOLA vorstellen können. „Zweimal sollte es allerdings nicht sein und wir haben wunderschöne Premieren an anderen sehenswerten Orten gefeiert. Aber für den Abschluss der Trilogie musste es jetzt einfach sein. Der Weg dahin, das zu realisieren, war langwierig und steinig, aber mit Ausdauer zum Erfolg war hier der richtige Weg“ sagt der Filmemacher.

Trailer

 

Crowdfunding als Erfolgsgarant

Seit der ersten Dokumentation der Filmreihe „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ aus und in Leipzig im Jahr 2012 setzte das Filmteam rund um Enno Seifried auf die Crowdfunding-Plattform VisionBakery. Die Plattform, die sich nach eigenen Angaben als „zweitgrößte Crowdfunding Plattform Deutschlands“ bezeichnet, ist seit 2011 online und hat diverse Projekte und Projektideen erfolgreich unterstützt. Das Leipziger Start-up konnte in der Vergangenheit den kuriosesten, extravangantesten und extrovertiertesten Projekten zum Erfolg verhelfen. Zum anhaltenden Erfolg von Seifried und seinem Team wollte sich das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion allerdings nicht äußern.

Bis zum Ende der Crowdfunding-Aktion konnte das Projekt „Vergessen im Harz III“ fast 800 Unterstützer für sich gewinnen und eine Summe von rund 40.000 Euro einspielen. Das sind 336 Prozent der festgelegten Summe von 12.000 Euro.

Ende der Harz-Trilogie

Filmplakat „Vergessen im Harz III“

„Vergessen im Harz III“ ist ein rund 95-minütiger Dokumentarfilm, mit Geschichten und Erinnerungen von Zeitzeugen, langjährigen Anwohnern, samt fundierten Aussagen und Recherchen von Historikern und mit beeindruckenden Bildern einiger längst vergessener Betriebe, Militäreinrichtungen, Hotels und Sanatorien der Harzregion. Zuletzt aber gilt: Wenn es am Schönsten ist, sollte man aufhören. Was in Leipzig mit dem dritten Teil als Abschied gebührend gefeiert wurde, wird auch im Harz mit der Trilogie enden. „Es gab einige Orte, bei denen es mir unmöglich war, sie im ersten oder zweiten Teil zu behandeln.

Bei den Dreharbeiten zu Teil 3 gab es einige glückliche Fügungen und plötzlich standen im wahrsten Sinne einige Türen offen, die vorher verschlossen schienen. Ich glaube, damit ist der dritte Teil auch der abwechslungsreichste Film der Reihe“, verspricht Seifried.

Welche leerstehenden Objekte im dritten Teil zu sehen sind, möchte Seifried vor der Premiere wie immer nicht verraten. Er verspricht aber eine emotionale Reise durch den Harz und Objekte für jeden Geschmack. Drei Locations sind dem Schnitt zu Opfer gefallen, da der Film sonst zu lang geworden wäre. Diese wurden auf der erscheinenden DVD als Bonusmaterial mit aufgenommen.

Ein ausführliches Interview mit Enno Seifried lesen Sie hier. Alle Informationen zum Film unter www.vergessenimharz.de

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